Gespräch

28. September 2004 § Hinterlasse einen Kommentar

gerade beim blättern über ein lesezeichen gestolpert. verblüfft endlich zur kenntnis genommen, daß die wolken in der tat heute unausweichlich sind… das lesezeichen war hier: christian morgenstern: an die wolken
worauf hast du gewartet?

„… hinwandelnd durch den dämmervollen Garten/träum ich nach ihren helleren Geschicken/und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken/so folg ich über Wolken ihren Fahrten …“
Worauf ich gewartet habe? Aber … ich warte immer noch … immer noch …

es war wohl einfältig zu fragen… ich hoffe, du hast nicht vor lauter warten das schlafen vergessen..was machst du mitten in der nach noch wach?

gar nicht einfältig … zumal ich selbst nicht so recht weiß, worauf ich warte … vielleicht sollte ich auch mal etwas TUN, anstatt zu warten.

doch einfältig, weil ich das warten doch ebenso beinahe schon zum selbstzweck erhebe. gut, mal ein ganz dicker stein im glashaus geworfen: solltest du vermutlich. vor allem wenn du es schon selber sagst. wie ich damals am beispiel fausts lernen durfte, macht man sich nicht weniger ’schuldig‘, wenn man nichts tut. aber einsicht ist noch nicht die besserung…

ach ja, Du hast ja recht … aber das Handeln fällt schwer, weil es bedeutet, notwendigen Schmerz zuzufügen. Und Du hast auch damit recht, daß ich mich schuldig mache, und umso mehr, je länger ich warte …
Aber ich habe Dir noch keinen guten Morgen gewünscht. Das sei hiermit nachgeholt!

Auch Dir einen guten Morgen (sogar ein verirrter Sonnenstrahl hat gerade seinen Weg hierher gefunden).
Ich bin wohl weder wissend noch weise genug, Dir zu raten. Doch mir scheint, Du weißt im Grunde, was zu tun ist?

ja, das weiß ich nur zu gut. Aber … kein aber.
(hier auch ein Fädchen Sonne … und jemand hat sogar das allerblasseste Blau über den Himmel gepustet.)

nein, wirklich kein aber. eigentlich ist es gar kein glashaus mehr, in dem ich sitze… ich hab die wände längst zerstört und friere ein wenig und lache dabei. und ich täte, wenn ich mehr tun könnte und es mir einfiele und richtig schiene.(solltest du wirklich warten, daß ich sage tu, dann: tu!)

Da Du in Glashausruinen frierend lachst — schließe ich richtig daraus, daß auch Du tatenlos weißt, was zu tun wäre?

in bezug worauf? bis auf das eine große lernen habe ich so langsam alles getan was ich konnte, stück für stück weiter gestrickt und gewoben, mich auch verheddert, sicher. aber außer noch einmal mehr alles aufräumen bleibt nun nicht mehr viel, was ich noch zu tun wüßte, nein.

In bezug auf das Große und Ganze? Das Leben? Das Universum und der Rest?
Aber ich bin wohl noch gut dran, wenn ich wenigstens weiß, was ich tun sollte. Schlimmer ists wohl, nicht weiterzuwissen.
Aufräumen und entheddern: Vielleicht einen langen Gang über verschlammte Felder, die Stimme in die Luft werfen und sehen, wie weit die Gedanken reichen. Zurück im Kerzenschein vielleicht mehr Klarheit und einen kühleren Kopf. Ich weiß es nicht.

… ich glaube, ich bin heute etwas verbiestert und vor allem humorlos … ich hoffe, ich gehe Dir nicht auf die Nerven …

der regen zur schlammherstellung setzt hier gerade ein. auch wenn ich kein feld in der nähe weiß. mich nerven? dann bist du nicht verbiestert sondern verblendet. aber ich bin nicht gut darin, launen zu verbessern, ich weiß. und wieder einmal tut es mir leid, aber.. wofür sollt ich mich entschuldigen, nein heute nicht.

Du brauchst meine Laune gar nicht zu verbessern. Meistens bin ich froh, sie zu haben, so oder so. Ich will nur niemandem damit auf den Nerv gehen. Und wünsche mir, daß mich jemand erträgt. Und wenn ich das schon mal weiß, bin ich auch gleich besserer Laune.
Entschuldigen??? Ja, warum solltest Du? Und wofür?

zu sagen ich weiß es nicht, wäre falsch. ich kann mich nicht entscheiden. aber man soll sich nicht so oft entschuldigen. vor allem wenn man objektiv vermutlich…jetzt bin ich aber völlig im schlamassel.
glaubst du, du seist schwer zu ertragen?

(hoffe es funktioniert…)
hab einen schönen tag!

Oh, Polly, wie lieb von Dir! Danke!
(ich bin nicht schwer zu ertragen, glaube ich, fürchte mich aber davor, es zu sein)

tja, so bin ich bekanntlich. anderen auf die nerven zu gehen ist seltsamerweise auch eine meiner größten befürchtungen.
dies sind die tage desverwunderten kopfschüttelns. aber zum denken bin ich nun zu müde. gute nacht und guten morgen.

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