Das Leben, das Universum und der ganze Rest

19. Januar 2005 § Ein Kommentar

Sinn verweist immer auf etwas außerhalb dessen, dem er zugesprochen wird, hinaus. Man kann nur von Sinn für etwas sprechen, nicht von einem absoluten Sinn. Was ist der Sinn eines Hammers? Nägel in ein Brett schlagen zu können. Was ist der Sinn des Nägel-in-Bretter-Schlagens? Daß man einen Schrank, eine Hütte, einen Tisch oder was weiß ich herstelle. Was ist der Sinn des Tischs, der Hütte, des Schranks? Daß man von ihm essen, in ihr vor Wind und Wetter geschützt schlafen, Kleider in ihn hineinhängen kann. Worin besteht der Sinn, daß man Kleider in einen Schrank hängt?

Und so weiter.

Irgendwann kommt die Grenze, gerät man ans Große und Ganze. Irgendwann kann man nicht mehr weiter fragen.

Der Sinn des Hammers liegt außerhalb seiner selbst. Der Sinn des Tischs liegt außerhalb seiner selbst. Der Sinn bügelfaltengeschützter Hosen liegt außerhalb ihrer selbst.

Der Sinn des Lebens liegt – was liegt außerhalb des Lebens?

Der Sinn der Welt? Was liegt außerhalb der Welt, das ihren Sinn darstellen könnte? Gesetzt, die Welt ist ein Hammer. Was kann man damit zimmern?

Nichts. Das Leben ist alles. Die Welt ist alles. Darüber hinaus gibt es nichts. Also auch keinen Sinn.

Das heißt nicht, daß die Welt sinnlos ist. Es heißt, daß man die Frage nicht sinnvoll stellen kann.

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§ Eine Antwort auf Das Leben, das Universum und der ganze Rest

  • Talakallea Thymon sagt:

    (19.1.05 23:00)
    Mit Verlaub … du vergleichst hier ein Werkzeug, von Menschen zu einem bestimmten Zweck entwickelt, mit etwas, was zufällig entstanden ist. Ist das im Sinne einer logischen Argumentation zulässig? Hammer, Schrank, Auto haben einen Sinn. Wenn man mit dem Hammer nicht hämmern, den Kleiderschank nicht für Kleider nutzen, mit dem Auto nicht fahren kann, sind sie sinnlos, nutzlos, wertlos.
    Aber was ist der Sinn des Grases? Der Luft? Des Wassers? Sie sind nützlich, aber hätten sie keinen Sinn, wenn man sie nicht essen, atmen, trinken könnte?

    (20.1.05 08:50)
    Ich habe Tisch, Hütte etc nur erwähnt, weil sie besonders gute Beispiele sind. Ich hätte auch Gras und Luft nehmen können. Tatsächlich hätte ich jeden beliebigen *Teil* der Welt nehmen können. Denn zu jedem Teil der Welt läßt sich irgendein Sinn finden, wenn man lange genug überlegt. Das Problem ist, daß mit unserem Wort und Begriff *Sinn* immer etwas außerhalb dessen liegendes gemeint ist, dem der Sinn zugesprochen wird. Das gilt für Gras oder Misthaufen oder die deutsche Telekom ebenso wie für Schränke und Tamagochi-Nippes. Denn all das ist Teil der Welt und hat ein Äußeres, ist eingebettet in eine Um-Welt, hinsichtlich der es Sinn hat bzw. sinnfähig ist.
    Das ganze aber hat kein außen, worin es sinnfähig wäre. Keine Begriffe, in denen ihm Sinn zugesprochen werden könnte. Denn ein *außen* gibt es nicht.
    (Oder vielmehr: Nehmen wir metaphysisch gedacht an, es gäbe ein Außen, in welchem die Welt einen Sinn hat. Dann verlagert sich das Problem nur um eine weitere Stufe. Denn was ist dann der Sinn dieses Außen?)

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