Flora, im April

18. April 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Da ziehen ihre Blicke Vögel und Eichhörnchen für mich aus dem Gesträuch, daß ich sie auch sehen darf, lenkt ihr Finger mein Auge auf Winziggeflatter und offenen Schnabel, und scheue Minuten lang singt der Zaunkönig nur für uns beide.

Sie zeigt, deutet, benennt, öffnet Auge mir und Herz. Dieses Blatt seh ich nun zum ersten Mal, und jene Blüte, und diesen Vogel, und nebenbei lerne ich, was caulifloral bedeutet. Schneeballduft winkt uns auf den Wegen entgegen, unsere Nasenflügel blähen sich verzückt, wir sehen uns an, gehen weiter, und endlich wag ichs und tue, was ich schon tun will, seit die Haustür hinter uns ins Schloß gefallen ist, zupfe sie am Ärmel, nehme ihre Hand. Stille Zauber webend steht im verborgenen der Aaronstab dabei.

Wie blind war ich, daß der Frühling mir das Herz so resolut hat zurechtrücken müssen … und die sinnlosen Fanfaren haben sich wieder in Vogelstimmen verwandelt.

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