contradictio in adiecto

23. Juni 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

Bei einem Delicatessenhändler (man klicke sich zu >Produkte>Honig durch) ist folgendes zu lesen:

Unser Akazienhonig stammt aus den weiten, unberührten Robinienwäldern. Die Akazien blühen im zeitigen Frühling in duftenden Blütentrauben und bieten den Bienen eine Fülle von Nektar.

Da fragt man sich Verschiedenes. Zum Beispiel, wie man Akazienhonig aus Robinienwäldern ernten kann, vorausgesetzt, man versteht unter einem Robinienwald einen Wald, der aus Robinien besteht. Zweitens mögen zwar Akazien im zeitigen Frühjahr blühen, Robinien blühen jedoch keinesfalls vor Mai. Und was für einen Wert hat die Information für den Kunden, daß die Blüten in duftenden Trauben (korrekt! — aber welchen Informationsgehalt hat hier das Adjektiv duftend?) angeordnet sind, und daß sie den Bienen eine Fülle von Nektar bieten? (Letzteres möchte man ja kaum glauben angesichts der Tatsache, daß es sich bei dem beworbenen Produkt um Honig handelt). Was heißt außerdem unberührte Wälder genau? Und wenn man dann noch bedenkt, daß der Honig aus Ungarn stammt, Akazien aber keine winterharten Gewächse sind, gerät man ins Grübeln. Mit anderen Worten: Woher kommt dieser Honig wirklich und aus welchen Blüten stammt er?

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