10. Januar 2006 § 3 Kommentare

ich komme allmählich dahinter, trage mir den berg an unklarem und nebelhaftem ab, um dahin vorzudringen, wo klein und hart und tief eingebettet in wirres gefühlsgewebe der schmerzenskristall liegt. ihn freizulegen. ihn herauszupräparieren. dann zu sehen, was daraus folgt oder wie sich weitermachen läßt. gestern nacht auseinandersetzung und ringen mit meinem tagebuch und der sprache und mir selbst.
mir sind zweieinhalb jahre abhanden gekommen. die fehlen nun. die sind nicht mehr mein. und jeder neue tag, jede neue stunde fängt mir völlig bedeutungslos aus einem namenlosen nichts heraus an. die zeit wurzelt nicht. ich bin zeitwurzellos. meine lebenszeit kommt nirgendwoher, sie ist plötzlich da, tritt auf, einfach so, verfügbar, transparent, blutleer, zu allem befähigt und zu nichts fähig. sie hat keine geschichte und keine herkunft und überläßt mich einer öden freiheit, die, statt mich zum handeln zu bewegen, mich bewegungsunfähig macht.

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§ 3 Antworten auf

  • TheSource sagt:

    zehn abhanden. Jahre.
    Soviel wir auch die Zeit leugnen können, beharrend auf ihrer Relativität, der Wahrheit der Fakten über Kontinuen, in denen Zeit aus Raum emaniert – wir bleiben Besucher und Bewohner dieses Raums; der Zeit unterworfen die sich dann davonstiehlt auf leisen Sohlen und der Raum schluckt uns.

  • evelyne w. sagt:

    meinst du, dass dir zeit abhanden gkeommen ist, weil das glück gerade nicht bei dir war?
    ich glaube, dass einem zeit dann abhanden kommt, wenn man sein leben nicht in jedem augenblick als herausforderung für und zu sich selbst sieht.

    zeit und raum bestehen für uns menschen nur als hier und jetzt. deine lebenszeit bezieht ihre geschichte aus dir und unsere herkunft wächst aus einer kette. eins aus dem anderen. meiner meinung nach … und diese grundsätze haben mich sehr frei gemacht.

    lg ewe

  • siam (Gast) sagt:

    Literaturempfehlung:
    „Das Buch der Unruhe“, Fernando Pessoa.

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