Naso

6. Februar 2006 § 3 Kommentare

Iamque opus exegi, quod nec Iovis ira nec ignis
nec poterit ferrum nec edax abolere vetustas.
cum volet, illa dies, quae nil nisi corporis huius
ius habet, incerti spatium mihi finiat aevi:
parte tamen meliore mei super alta perennis
astra ferar, nomenque erit indelebile nostrum,
quaque patet domitis Romana potentia terris,
ore legar populi, perque omnia saecula fama,
siquid habent veri vatum praesagia, vivam.

schon hab das werk ich vollendet, das Iuppiters zorn nicht noch feuer
noch kann das eisen zerhaun, noch zerstören das nagende alter.
Mag jener tag, wenn er will, der nur des sterblichen körpers
rechte besitzt, mir beenden die spanne des unsichern lebens:
ewig doch werde ich kraft meines besseren selbst über höchste
sterne gehoben sein, und mein name wird niemals verlöschen,
und, wo die römische macht auch die länder immer bezähmt hat,
werd ich gelesen vom volk, und im ruhme durch alle äonen
werde ich, ist etwas wahr an der seher ahnungen, leben.

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§ 3 Antworten auf Naso

  • Lakritze sagt:

    Dank Ihrer Verse habe ich tatsächlich meinen Ovid, meinen Catull wieder hervorgeholt und durfte feststellen: das alte Feuer ist nicht erloschen. Vokabeln konnte ich noch nie, aber die Grammatik sitzt noch nach all den Jahren, und sogar die Distichen fließen wieder, wenn auch noch zögerlich. Ich wußte kaum mehr, wie schön das ist.

    Noch ein weniges, und vielleicht nehme ich auch den Gemoll wieder zur Hand.

    • Solminore sagt:

      Ach, die Vokabeln bleiben mit der Zeit schon hängen. 😉

      Ovid gehört sicher zum Pfiffigsten, was die antike Literatur zu bieten hat. Aber probieren Sie mal Martial, Sie werden staunen (und grinsen).

      Meinen Namensvetter kann ich nur empfehlen. 😉

      Und noch eine Empfehlung: Wenn Sie kleine Kostproben und ansonsten nur durch mühsames Studium zu findende Kleinodien antiker Literatur (wie sie nicht im Schulbuch steht) lieben, sei Ihnen diese Seite ans Herz gelegt.

  • Lakritze sagt:

    Ich liebe das, wie zweitausend Jahre durch ein paar Zeilen Lyrik zusammenschnurren können. Ovid war mir immer der zugänglichste; ich glaubte ihn genau zu verstehen. (Bezehungsweise von ihm verstanden zu sein. ,)) Martial war mir fremder, darum vielleicht noch faszinierender. Und noch ein paar andere … Ob Lesbia, Cynthia oder Delia dransteht, das Thema ist immer gleich. Auch irgendwie beruhigend.

    Danke für den Link! Den stelle ich mal hinter den Berg Arbeit, der immer noch auf meinem Schreibtisch liegt, so als Zuckerl. Vielleicht wirkt es. .)

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