An C.

20. Dezember 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

„[…] Wäre es also gutgegangen? Ich habe den Verdacht, daß sich in meiner Sicht auf die Vergangenheit etwas Typisches zeigt, nämlich, daß für mich das Imaginäre wichtiger war als das Wirkliche, der Traum bedeutsamer als das Erreichbare, die Vorstellung bedeutsamer als die Tat, das Erdachte wirklicher als das Praktische, die Idee wichtiger als die Entscheidung. Und die Vergangenheit der wirklichen Zukunft überlegen.
Und genau deswegen ist für mich die Vergangenheit, oder ihre Deutung, so immens wichtig. Wenn Du daher schreibst, daß Du das anders in Erinnerung hast, so klingt das für mich, als ob ein Teil meiner selbst ungültig würde. Indem es für Dich so viel weniger wiegt, bleibe ich endgültig allein. Mit einem Traum. Mit einer Vergangenheit, in der nur mehr ich vorkomme, und die Du, so wie ich sie mir deute, nicht teilst. Mit einer Erinnerung, deren imaginierte Fortsetzung zur Illusion geworden ist. Und nicht nur das: Auch mein Traum von damals hat sich dann als Illusion erwiesen. So bin ich in zweifacher Weise einsam: Im Jetzt und in der Erinnerung.
Verrückt? Vollkommen![…]“

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