nachts. in den straßen

5. Januar 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich blieb stehen. Die Nacht peitschte weiter. Ein Wind kam von See, wirbelte Dunkelheiten verschiedener Färbung und Schwere an mir vorbei, leise Stimmen an die gesättigte luft abgebend, so daß die Laternen straßauf straßab zu flackern schienen; doch waren es nur Herden von Käfern, die staubig und wie eine bewegte Verschmutzung der Nacht, aus der das Licht der Lampen floß, um die Pfähle und Schirme schwirrte. Ab und zu brummte es, wenn ein gepanzerter Leib silbrig gegen das Licht schlug und torkelnd wieder vom Dunkel zurückgenommen wurde, das ihn Sekunden zuvor losgeschickt hatte. Die Flügelpaare knisterten.
Manchmal wogte ein Platz von Stimmen, klangen Spiegelungen von Weingläsern, Auslagenfenstern, Vitrinen mit Fisch und Meeresfrüchten, zuckte Neon in grün, rosa, blau, spiegelte sich Uhrglas und Brillenbügel und Frauenschmuck in zitternden Pfützen, denn die ersten Regenfälle waren eben gewesen.

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