Länge und Breite

8. Mai 2009 § 27 Kommentare

Länge und Breite verwechseln und statt im Val Ferret, Bivouac Cesare Fiorio (N 45 54.308, E 7 3.260) in Äthiopien, zwischen Werder und Geladi (E 45 54.308, N 7 3.260) landen.

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§ 27 Antworten auf Länge und Breite

  • siam sagt:

    Das erinnert mich doch gleich wieder an die Loreley. Oder auch: Die Siebzehnjährige. Klingt gut! Aber vor Ratschlägen soll man sich nicht fürchten.

  • TTh (Gast) sagt:

    REPLY:
    aber du hast schon gesehen, daß es ums schreyben geht, oder?

    und ich fürchte mich aber doch … oder bin verunsichert.

  • siam sagt:

    REPLY:
    ja klar.. ich fragte mich, ob da etwas aus der Realen in die Schreyberei übergeht: TRANSFORMATION! (Wort des Tages)

    ps. Guten Morgen! 🙂

  • TTh (Gast) sagt:

    es fließt ineinander über. das reale, das eben nur noch real ist in maße und in der weise, wie ich seiner erinnere, und die fiktion, die vielleicht nur eine abgelegte oder verdrängte erinnerung ist … transfluation … metanamnese …

    wer kann es wissen?

    guten morgen!

  • siam sagt:

    deine Texte haben manchmal kleine Perlen, dass es wehtut. Besonders weh tut mir, dass sie nur so wenige Leute zu lesen kriegen und du unter deinem eigenen Vermögen leidest.
    Habe lange nichts von dir gehört – lasse einen lieben Gruß da.

  • TTh (Gast) sagt:

    REPLY:
    liebe siam!

    ich habe lange nichts von mir hören lassen, aber das heißt nicht, daß ich nicht an dich denke.
    nachricht kommt bald, versprochen. es gibt viel zu erzählen …

    ich freue mich wieder mal wie ein schneekönig, weil meine textchen gefallen. ich möchte das gerne zurückgeben: dein eintrag … ich hab den titel nicht im kopf, wo es kurz vor ende heißt, „… sogar die autos, in ruhe getaucht …“, also dieser text ist reine poesie. ich weiß nicht, wieviele leute mich, wieviele dich lesen: aber ich hoffe, dein weblog ist ein oft besuchtes. es wäre schade, wenn nicht.

    ansonsten: ich hab ein paar tage urlaub und bin daher netzlich rar …

    bis bald!
    dein TTh

  • mar (Gast) sagt:

    das liest sich ja gut – unsterblich – vielleicht gibt es ja unsterbliche gefühle?

  • ama sagt:

    Manchmal denke ich, das IST das Leben: Zu wissen, die Freiheit zu haben, etwas zu tun. Nicht nur zu wissen, sondern absolut gewiss zu sein.

  • siam sagt:

    Ich bin überwältigt!!

  • Talakallea Thymon sagt:

    huch …?

  • siam sagt:

    Oh Herrje TTh, Sie haben meine Stimmung punktgenau getroffen, was sagt man dazu.

  • Talakallea Thymon sagt:

    REPLY:
    sollte ja auch eigentlich ein kommentar zu Ihrem ätherischen eintrag werden, frau Siam. bitte um entschuldigung, daß ich es voller eitelkeit in einen beitrag umgemünzt habe; aber so wie Ihnen erging es mir, als ich den Ihren las.

    Herzlichst,
    TTh

  • siam sagt:

    REPLY:
    oh und genauso habe ich ihn auch empfunden, wie eine Antwort, ojeojeojeoje!!!!
    Drama im Hause s.
    Schade, dass Sie nicht mehr in diesem unsäglichen Studierendenforum weilen, sonst hätte ich Ihnen mal eine Ursache zeigen können. Gruß!

  • Talakallea Thymon sagt:

    können Sie mir die ursache nicht anderwärts zukommen lassen?

    neugierigst,
    TTh

  • Talakallea Thymon sagt:

    REPLY:
    mmh?

  • licht sagt:

    Hübsch… 🙂

  • tinius sagt:

    Ich sehe einen Unterschied zwischen „verordnet“ und „behauptet“. Das klingt so wie diese Werbesprüche „Ganz Deutschland freut sich auf das Konzert von – oder das neue Modell von…“. Es mag wirkliche Trauer im engsten Umfeld der Opfer geben, auch auf deutscher Seite, zumeist aber handelt es sich eher um eine Art Betroffenheit aus vielfältigen Motiven, worunter auch der durchaus verständliche Schock über die Endlichkeit des Lebens und die Unmittelbarkeit von Katastrophen zu finden wäre. In der Regel kann man davon ausgehen, daß, wenn man den Satzbeginn „Ganz Deutschland…“ bzw, „Ganz Ludwigshafen…“ hört, es sich dabei allenfalls um eine exemplarisch überhöhte Minderheit handelt.

  • arboretum sagt:

    Daß etwa kein geringerer als der türkische Ministerpräsident eigens angereist kommt, um in Ludwigshafen nach dem rechten zu sehen, mag man als ein Musterbeispiel der fürsorglichen Anteilnahme eines Staatschefs für seine Bürger loben – verhältnismäßig ist es nicht.

    Der Besuch von Erdogan war schon länger geplant, er hat nur einen Umweg über Ludwigshafen gemacht. Was angesichts der Berichterstattung in türkischen Medien vielleicht auch ganz sinnvoll war, denn die hat er bei der Gelegenheit auch noch gleich aufgefordert, mal halblang zu machen. Deren Tatsachenbehauptungen dürfte nicht zur Entspannung der Situation beigetragen haben. Noch mehr angespuckte oder verprügelte Feuerwehrleute braucht’s wirklich nicht. Der Verband der Aleviten wehrt sich auch schon heftig dagegen, von den türkischen Medien auf diese Weise vereinnahmt zu werden.

  • _vel sagt:

    okay, ich nehme an, du hast nicht unbedingt lust, den landesfernen unter den bloggern kurz zu erzählen, was genau sich in l’hafen abgespielt hat.. ich reime mir zusammen, was ich aus deinem text ziehen kann.

    gegenposition beziehend, wie ich es ja meistens tue (aber immer nur dann, wenn ich dem gesagten tatsächlich noch etwas hinzuzufügen hab), möchte ich anmerken, dass es zudem noch möglich ist, echte trauer zu empfinden angesichts eines ereignisses, von dem man ohne „die medien“ überhaupt nie erfahren hätte, weil es rein gar nichts mit einem selbst zu tun hat.

    ganz genauso könnte man hergehen und sagen seht, trauernde; ihr heult jetzt um irgendwelche familienmitglieder, aber in wirklichkeit findet ihr doch euer eigenes leid, euer jetztwiederalleinesein, noch am allerschlimmsten.

    angesichts solch kollektiver heuchelei auf den friedhöfen ziehe ich doch meinen hut in einer schweigeminute vor menschen, denen bloße fernsehberichterstattung noch lange kein grund ist, das menschliche mitgefühl zu verweigern.

  • _vel sagt:

    REPLY:
    mit entweder-oder kommt man meines erachtens nicht weit in der realität.
    karneval absagen (und nochmal: ich spreche hier über ein ereignis, von dem ich nur aus deinem text hier erfahren habe) ist natürlich ein repräsentativer akt (und damit nicht ehrlich, da stimme ich dir zu. allerdings stellt sich auch die frage, inwieweit repräsentanten „ehrlich“ sein können – sie haben ja eine funktion inne und dieser entsprechend ist es ihnen aufgetragen zu handeln).
    und klar wollen die leute ja auch jammern, es ist eine form von unterhaltung – stichwort sensationsgeilheit (huh, das hab ich noch nie benutzt).

    wogegen ich mich wende, ist
    „entweder-oder“: du musst nicht wegen allem heulen, was in den nachrichten kommt (besonders nicht, wenn es dich nicht berührt), aber es ist deshalb noch lange nicht richtig, gefühle generell abzuschalten, wenn etwas lang und breit in den medien kommt (was ich dir nicht unterstellt haben wollte).
    die gefahr sehe ich, wenn menschen anfangen mit zahlen zu argumentieren. der tod von 2 menschen ist nicht „schlimmer“ als der tod von 2000, und vice versa. ob die toten menschen sind, die du kennst oder menschen, von denen du nichtmal die namen weißt, ist ebenfalls kein schlimmheitskriterium.

    ich hoffe jedenfalls, du gehörst nicht zu den menschen, die mit den augen rollen, wenn noch ein bericht und noch einer gezeigt wird auf den programmen. die toten sind tote, egal was aus ihrem tod gemacht wird.

  • Talakallea Thymon sagt:

    entweder-oder bedeutet: konsequent sein. und genau diese ewigen akte des repräsentativen und symbolischen habe ich satt (siehe mein eintrag zum welttag gegen den lärm und gegen welttage im allgemeinen). deswegen rolle ich tatsächlich mit den augen: nicht etwa, weil ich keine achtung vor den toten und den gefühlen der hinterbliebenen habe; sondern weil es mich graust angesichts der oberflächlichkeit und der hysterie und: angesichts der völlig willkürlichen aufmerksamkeitszumessung. nicht mit zahlen argumentieren, warnst du. da hast du recht. aber auch nicht sich hinreißen lassen von televisionären bildern, die die wirklichkeit verzerren. der L’hafener brand (fast hätte ich selber „katastrophe“ geschrieben) ist eben nicht schlimmer als ein verkehrsunfall (oder umgekehrt, der verkehrsunfall genauso schlimm) — nur haben wir uns an letzteren — und das ist das wirklich schlimme — gewöhnt. zahlen können einem angesichts von suggestiven bildern und ebenso suggestiven begrifflichkeiten („katastrophe“) die wirklichkeit in einer nüchterneren weise vor augen führen … und so manches schiefe bild wieder gerade rücken. das gilt auch für alle sogenannten bedrohungen und gefahren, und es gilt für alle gestrandeten wale und Knuts dieser welt.

  • _vel sagt:

    REPLY:
    entweder-oder bedeutet: sich etwas vormachen. schade, dass du mit den augen rollst.

    willkürlich ist die aufmerksamkeitszumessung ganz sicher nicht, denn man weiß ja bspw, aus welchen ländern neuigkeiten interessant sind (für deutsche, für amerikaner, für iraner, ..) und aus welchen nicht. dann gibt es zeiten, da liest man lieber von celebrity-schwangerschaften als von kindesmissbrauch. oder man sieht sich lieber talibanische bärte in den news an als – achtung – naturkatastrophen.

    „medien“ und „wirklichkeit“ ist schließlich die frage nach macht und interessen schlechthin. welche der wirklichkeiten möchtest du denn abgebildet wissen?

    die zahlen jedenfalls, könnte ich genauso kommen, wieviel (!) mehr haben die denn mit wirklichkeit zu tun als bilder? zahlen sind keinesfalls nüchterner, bloß weil sie nicht bunt sind. statistik ist eines der wirksamsten machtinstrumente in der meinungsmache (und ich glaube, dieses thema hatten wir auch schonmal irgendwo anders).

    ps. knut ist ein eisbär. da stimme ich dir zu.
    pps. schiefes bild gerade rücken – es gibt nicht „die medien“, es gibt nicht „die wirklichkeit“!
    ppps. ich habe mich keineswegs an verkehrsunfälle gewöhnt und kenne zumindest ein paar vereinzelte menschen, denen es genauso geht.

  • Talakallea Thymon sagt:

    natürlich gibt es die wirklichkeit — worüber könnten wir sonst reden? und das ist es ja gerade, mein anliegen: von den individuellen wahrnehmungen absehen, um zu einem gemeinsamen kern vorzudringen.

    zahlen, im gegensatz zu wahrnehmungen und gefühlen, sind vergleichbar, aber das war gar nicht, worauf ich hinauswollte, falls das ein mißverständnis ist. jedes relativieren liegt mir fern, im gegenteil. nur das gewäsch, das seichte, das gefühlsduselige, und das nachplappern, das prangere ich an und werde ich nicht müde, anzuprangern.

    was aber die statistik angeht: sie lügt nicht. wenn man sie zu lesen versteht. die manipulative wirkung besteht darin, daß die, die sie zu lesen verstehen, denen etwas vormachen können, die statistische aussagen in ihrem wert oder unwert nicht erkennen können. zumeist sagen statistiken sehr viel weniger als ihre ersteller einem weismachen wollen.

    aber das nur nebenbei, denn: ging es um statistik? nein. es ging mir darum, daß, folgt man den medien und nimmt ihre aufmerksamkeitszumessungen zum maßstab, der eine tod schrecklicher ist als der andere.

    an verkehrsunfälle hast du dich nicht gewöhnt und ich auch nicht, aber die medien und diejenigen, die sich über den nächsten verkehrstoten nur langweilen und für die es schon ein hausbrand sein muß, damit sie sich amüsieren: die scheinen sich so sehr damit abgefunden zu haben, daß sie jedes klagen eingestellt haben. außerdem müßten sie ja, wollten sie eine radikale verminderung dieser gräßlichen unfälle fordern, bei sich selbst und ihrem eigenen hochgefährlichen fahrbaren untersatz anfangen.

    daß zu beginn einer berichterstattung nicht absehbar ist, zu welcher wichtigkeit sich das berichtete noch auswachsen wird, gebe ich zu. aber dann wäre ja andererseits alles gleich wichtig, am anfang. aber danach werden nachrichten nicht ausgewählt oder breitgetreten. sondern nach ein ein paar möglichst gräßlichen bildern.

  • thisandthat sagt:

    wo immer mehr (menschen wie figuren) triebfedern, aber keine triebe haben, ein leben, aber kein begehren, sollte gerade eine solche geschichte interessieren.

  • Frau Echse sagt:

    ach, ich wünschte ich könnte schreiben.
    aber bitte nicht zu abstrakt. mich interessieren die menschen, ihre geschichten und ihre triebfedern…. ich liebe geschichten, in die ich versinken kann. das funktioniert nur wenn ich mich in die personen wirklich einfühlen kann und das gelingt nur wenn sie tief dargestellt werden

  • Bjoern (Gast) sagt:

    Mir ging das jahrelang so. Als ich die neue Stelle angetreten habe. Irgendwann wurde klar, warum die anfangs alle so seltsam waren.

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