Übung gegen das Ärgern

5. Dezember 2012 § 8 Kommentare

Der Gedanke nämlich, daß alle diese vermeintlich störenden Menschen den Impuls spüren würden, gleich wie vergraben, verkapselt, verschüttet der auch sein mag, dich zu trösten, wenn du jetzt plötzlich vor ihnen in Tränen ausbrächest. Die Hand auf den Arm legen, beschwichtigend knurren, ein Taschentuch reichen — auch wenn die Hemmung bei den allermeisten größer wäre, das Schöne ist, daß alle sofort wüßten, was eigentlich zu tun sei. (Und rührt die Betretenheit in solchen Momenten nicht aus genau diesem inneren Zwiespalt?) Diese Vorstellung soll mein kleiner unzerstörbarer Glaube an die Menschheit werden.

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§ 8 Antworten auf Übung gegen das Ärgern

  • wie schön. diese vorstellung. aber ist es nicht vielmehr eine gegen die resignation, als gegen das ärgern?

    • Solminore sagt:

      Dazu müßten Sie den Kontext kennen. Bei mir ist es eine Übung gegen den Ärger. Das Ärgern über die lieben Mitmenschen war viele Jahre lang meine Grundgestimmtheit. Höchste Zeit, das zu ändern.

      Gegen die Resignation hilft es sicher auch.

  • punctum sagt:

    Eine schöne und sicher berechtigte Vorstellung, weil ja vielleicht doch auch (fast) alle insgeheim darauf warten/hoffen, ihre innere Freundlichkeit zeigen zu können. Mir scheint manchmal die Hemmung, diese Freundlichkeit annehmen zu können, noch größer als die des Erweisens.

    • Solminore sagt:

      Ich denke auch, daß die allermeisten Menschen viel lieber freundlich sind als unfreundlich. Diese Freundlichkeit zu zeigen, macht selbst wiederum froh; aber ich weiß, wie schwer es manchmal ist, freundlich zu sein. Unmöglich fast. Warum eigentlich?
      Hemmung, es anzunehmen? Vielleicht steckt dahinter die Furcht, jemandem, einem Fremden zumal, etwas schuldig zu bleiben? Wir sind doch manchmal arg in unseren vermeintlichen Korrektheiten befangen, scheint mir.

      • Anonymous sagt:

        Da sagen Sie was!! Die vermeintlichen Korrektheiten sollten wenigstens ab und an einen Tritt bekommen. (Freundlichkeitsübung: An was richtig Schönes denken und mit dem daraus resultierenden Lächeln durch die Stadt gehen und allen Entgegenkommenden in die Augen schauen. — Ich geh dann heute Abend auf den Weihnachtsmarkt, mal sehen, wie lange ich durchhalte, an was Schönes zu denken :-))

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