Falter (ein Versuch)

19. März 2015 § Ein Kommentar

Verwandelt in eine schwebende
Glyphe aus Papier kreuzt der Falter
die hektischen Gänge der Vögel.

Die Flügel ausgebreitet, schließt er
den Riß zwischen Wasser und Luft.
Er weiß, was die Vögel nicht wissen,
die den Himmel nur
von der Kopfseite kennen.

Zahl aber ist eine dünne Membran
zwischen Horizont und Tod,
wo es leuchtet aus der Schwindel
erregenden Tiefe wie aus Frau Holles Brunnen.

Schwimmend am Sonnenrand
wie ein Drache ohne Leine
klebt er am Ereignishorizont,
fällt und fällt immer weiter,

durch das Loch in der Erde,
dem Licht auf der anderen Seite
zu, fällt und

kann höher nicht fallen.

(Beitrag für das Projekt *.txt)

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