Sparkasse

21. November 2017 § 4 Kommentare

 
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Schreiben vom 23. Oktober 2017 kündigen Sie eine Weiterentwicklung Ihres Giroangebots an und empfehlen sich mit einem auf die Kundengewohnheiten zugeschnittenen, transparenten Angebot.

Bei transparenter Betrachtung stellt sich jedoch heraus: Hinter der Weiterentwicklung steckt nichts weiter als eine – schlecht verhohlene – Erhöhung der Kontoführungs- und Transaktionskosten. So wird beispielsweise bei meinem bisherigen Kontomodell eine Gebühr von € 0,30 für jede Überweisung fällig – egal ob am Schalter oder online. Ferner verlangen Sie künftig für jede Kartenzahlung, für jedes Geldabheben und für jede Ausführung eines Dauerauftrages € 0,30. Freilich habe ich die Wahl, in ein anderes Kontomodell überzuwechseln, in dem diese sogenannten Leistungen (das heißt, der Daseinsgrund Ihres Instituts) weiterhin nichts kosten. Dafür steigt dann aber der monatliche Pauschalpreis um mehr als das doppelte.

Für diese Erhöhung haben Sie zweifellos Ihre Gründe, und ob dies edle Gründe sind oder ganz einfach nur gewöhnliche Habgier, das werden Sie sicher für sich sorgfältig geprüft haben, ehe Sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Dazu werde ich also nichts sagen.

Daß Sie mir aber Ihre Entscheidung, künftig Geld für eine bislang unentgeltlich angebotene Leistung verlangen zu wollen; daß Sie mir mithin eine Verschlechterung der Vertragsbedingungen auch noch als Vorteil für mich und als besonderen Dienst Ihrerseits darstellen, das ist, mit Verlaub, eine Frechheit. Eine vorteilhafte Weiterentwicklung für mich sähe jedenfalls ganz anders aus. Daß Sie sich den Anforderungen der Zukunft stellen, wie Sie es in Ihrem Schreiben formulieren, ist lobenswert; nur habe ich Sie damit gar nicht beauftragt, und von mir gehen diese Anforderungen der Zukunft ganz gewiß nicht aus.

Aber lassen Sie mich, da Sie von einem auf mich zugeschnittenen Modell gesprochen haben, kurz darstellen, wie ein solcher Zuschnitt in meinen Augen aussähe:

    + Da jeder Arbeitnehmer heutzutage gezwungen ist, ein Konto zu führen; da Sie ferner mein Geld brauchen, um damit Investitionen und Geldgeschäfte tätigen zu können: kann ich nicht einsehen, warum ich dafür die Kosten selber tragen muß. Dafür, daß ich Ihnen mein Geld ausleihe, hätte ich gern ein komplett kostenloses Konto. Auch alle Leistungen wie Überweisungen, Geldabheben, Kartenzahlung etc. müßten kostenlos sein.
    + Ich hätte gerne eine kleine Gewinnbeteiligung, wenn Sie mit meinem Geld Geschäfte machen. Mit anderen Worten: Ich hätte gerne wieder Guthabenzinsen. Über die Höhe werden wir uns schon einig.
    + In letzter Zeit ist viel von Waffenhandel und ähnlich fragwürdigen Geschäften die Rede. Künftig möchte ich, daß sämtliche Investitionen, an denen mein Geld beteiligt ist, mir vorher zur Zustimmung vorgelegt werden.

Das also wäre ein Zuschnitt, mit dem Sie sich bei mir äußerst beliebt gemacht haben würden. Sehen Sie? Nix is’. Dann tun Sie bitte auch nicht so, als hätten Sie sich wunder was für Vorteile für mich ausgedacht. „Lieber Herr Solminore, da auch wir den Hals nicht voll genug kriegen, erhöhen wir die Kontoführungs- und Transaktionsgebühren nach folgender Aufstellung.“ So eine Formulierung hätte ich gern von Ihnen gehört. Damit wir wissen, woran wir miteinander sind.

Hochachtungsvoll,
Solminore

P.S.: „Um Ihnen auch weiterhin den gewohnten Service anbieten zu können …“ – dafür, daß Sie mir wenigstens diese Phrase erspart haben, ein herzliches Dankeschön.

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