16. April 2018 § 4 Kommentare

Gesetzt, ich nähme mir vor, sämtliche Bücher, die ich in meinem Leben bis zum heutigen 16. April 2018 gelesen habe, in absteigender Reihenfolge noch einmal zu lesen, von meinen jüngsten Knausgård-Lektüren über Carrère, Stasiuk, Pinker, Ortheil, Fermor, Lindsay, Fontane, Macfarlane der letzten Zeit über Klein, Wallace, Lewitscharoff, Bolaño, Büscher, Hermann, Murakami, Sateli, Karystiani, Terzakis, Ransmayr, Sebald, Byatt und all die anderen der letzten Jahre, durch den Wust schließlich an Fach- und Studienliteratur, ferner Foster, Norfolk, Eco, Hardy, Kundera, Auster, Murdoch meiner Studienjahre und weiter hinunter, über die Mann-Phase bis zu den Science-Fiction-Romanen meiner Jugend (Lem, Strugatzki) und den Abenteuergeschichten (Blyton) der Kindheit – dann würde, wird man wohl annehmen dürfen, meine verbleibende Lebenszeit nicht mehr ausreichen, um es ganz bis zur ABC-Fibel hinunter zu schaffen.

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§ 4 Antworten auf

  • Und dann muss man ja auch noch Neues lesen. Mir wird schwindlig bei dem Gedanken an alles, was ich noch nicht kenne, und was ich auch mangels Lebenszeit nicht mehr kennen lernen werde.

    • Solminore sagt:

      In diesem Vorhaben könnte und dürfte man nichts Neues mehr lesen. Und würde trotzdem nicht fertig.

      Die Zeit wird knapp. Muß sich gut überlegen, was man noch liest.

      (Am besten nur noch gut Abgehangenes. Da weiß man, was man hat.)

  • Sofasophia sagt:

    Das erinnert mich daran, wie ich als junge Frau darüber nachdachte, dass, wenn man alle seine Gedanken 1:1 auf Band aufnehmen könnte, um sie in älteren Jahren nochmals anzuhören, die Lebenszeit dazu wohl nicht reichen würde. Zumal man ja nicht weiß, zu welchem Zeitpunkt man anfangen müsste die Bänder abzuhören. Respektive im Fall der nochmals zu lesenden Bücher, wann mit der Repetition der Lektüre begonnen werden müsste …
    Wie Frau Geschichten und Meer habe ich mich wohl für das Immer-wieder-Neue entschieden. Obwohl die Zeit nie reichen wird für alles.
    (Ein latenter Horrorgedanke von mir ist ja, mitten in der Lektüre eines Buches zu sterben.)

    • Solminore sagt:

      Man könnte sich das Leben auch als Buch vorstellen; dann wäre der Tod nichts weiter als eine unterbrochene Lektüre. Ein außerhalb unseres Lebens befindlicher Leser schaut auf die Uhr, gähnt, klappt das Buch zu, und das war’s.

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