Solstitium

21. Juni 2012 § Ein Kommentar

Stramm stehn die Uhren. Im Gleichschritt gehn Weiser und Weg. Unter Vollzeug
    segeln die Fahnen vorm Tag über die Stunden hinaus.
Schon stehn die Schalter auf an, sind die Bücher am Ende, entschlossen
    trampeln die Schuhe dahin. Schnell ist der Tag, pfeift die Nacht
jählings um Säulen und Draht, wo kreischend die Straßen ins morgen
    düsen, auf Anfang getrimmt. Alles, was Zahl heißt, rast los.

Haarig (Martial II, 62)

31. Mai 2012 § 6 Kommentare

Quod pectus, quod crura tibi, quod bracchia uellis,
     quod cincta est breuibus mentula tonsa pilis,
hoc praestas, Labiene, tuae — quis nescit? — amicae.
     Cui praestas, culum quod, Labiene, pilas?

Daß du die Brust epilierst und zupfst dir die Arme und Beine;
     daß ums rasierte Organ schmiegt sich aus Stoppeln ein Kranz,
wer weiß es nicht?, Labienus, das bist du der Freundin wohl schuldig.
     Wem aber schuldest du’s wohl, daß du den Arsch dir rasierst?

Martial I, 73

29. Mai 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nullus in urbe fuit tota qui tangere uellet
     uxorem gratis, Caeciliane, tuam,
dum licuit: sed nunc positis custodibus ingens
     turba fututorum est: ingeniosus homo es.

Nirgends in Rom, stadtein und stadtaus, gab es einen, der hätte,
     Caecilianus, für lau anfassen wollen dein Weib,
als du’s erlaubtest. Nun zur Bewachten in riesigen Scharen
     strömen die Freier herbei. Das ist ein Mann mit Ideen!

Da dieser Beitrag sehr häufig gelesen wird, hier eine Warnung. Die vorliegende Übersetzung ist sehr frei, noch dazu metrisch, und dann kommen so komische Wörter wie „Freier“ und „Weib“ vor. Daher ist der Text als Lösung für Schulaufgaben nicht zu gebrauchen.

Aequinoctium

21. März 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Aber den grünen Terminen des Regens Bestimmte! Die Algen
     quer überm Blick, den ein Kuß schwimmend vor Nässe enthebt
seiner verschüchterten Pflicht. Und so, ohne Sicht, die entmündigt,
     wuchst du zu uns, wo der Mut Münder gebrauchte zum Mund.

Diaulus

15. März 2012 § Ein Kommentar

Chirurgus fuerat, nunc est uispillo Diaulus:
     coepit quo poterat clinicus esse modo.

Ehemals Feldscher, verdingt sich Diaulus fortan als Bestatter.
     Beugt er sich jetzt übers Bett, pflegt er sein wahres Talent.

(Mart. 1,30)

Nuper erat medicus, nunc est uispillo Diaulus:
     quod uispillo facit, fecerat et medicus.

Neulich war er noch Arzt, neuerdings ist Diaulus Bestatter.
     Was als Bestatter gelingt, glückte ihm auch schon als Arzt.

(Mart. 1,47)

Solstitium

21. Dezember 2011 § 4 Kommentare

Bis an die Farbe des Wegs, und zum Monat mit Tagen und Talern,
    schmeckt es nach Aufbruch. Am Eis, längs eines Saumpfads am Sturm,
wächst eine Stunde sich fest. Wo grad ein Läuten noch fortrief,
    halten die Jahre jetzt an, halten die Grenze zum Wort.

Aequinoctium

22. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Blau war von je der Name des Monds, blau hießen die Stunden,

die unterm pflaumigen Blick Wolken mit Jahren versehn.

Ikarus

25. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ikarus1

(ohne Titel)

8. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

schluessel

Solstitium

21. Juni 2011 § 2 Kommentare

Schwaene

Wo bin ich?

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