Hitze, ein Versuch.

18. Juli 2017 § 3 Kommentare

  1. Sommer, die Räume streiten um Schatten. Am Türgriff verbrennt sich die Tür.
  2. Tief in seinem kühlen, schweigenden Innern sammelt das Klavier Töne für den nächsten Regentag. Obendrauf hockt eine leere Vase, durstig nach Münzen.
  3. Du kannst die Hand ausstrecken, wohin du willst, du bekommst nur Leguanzungen zu fassen, Kakteenstacheln, Gläser mit getrockneten Erbsen, den Staub abgelaufenen Schneckengifts. Die Tasse auf dem Tisch bringt einen Löffel langsam zum Schmelzen.
  4. Wohl fühlt sich nur ein Brocken Vulkanschlacke auf der Fensterbank. Vor Jahren entführt von einer südlichen Insel, liegt sie sonst nur apathisch herum. Nun feiert sie Urständ von Schwefel und Feuer.
  5. Auf der Seite eines kühlen Verses sperrt das Buch die Kehle auf. Beim Lesen suchen Vokale Schatten unter ihren Umlauten.
  6. Zu warm, die heißen Augenhöhlen auch noch mit Wimpern zuzudecken. Kaulquappen häuten sich in deiner Achsel.
  7. Wie herausgerissene Vogelherzen zerfließen die Erdbeeren im Brennglas der Schale.
  8. Schlägst du den Kalender auf, stehen da die Tage vorm kühlen Winter Schlange.
  9. Unbeirrt nimmt die Uhr der flach atmenden Zeit den Puls.
  10. Das Fenster fiebert, das Glas hustet Fliegen aus.

Frühprotokoll: alte Heimat

10. Juli 2017 § Ein Kommentar

Durch den Wald laufen wie durch einen schweißfeuchten Pelz. Dem Ilex in den blutigen Rachen geschaut. Fieberheiße Stirn Horizont. Am Grund wirres Frösteln von Ameisen. In Worten suche ich die Rehe, aber sie schauen nicht her.

Die Sonne brennt die Schatten von den Uhren. Es ist früh, und doch so hell, der Himmel so gleißend und so müde, als hätte der Tag gestern durchgemacht. Man sucht umsonst nach Spuren, nur Steine, Äste, Kies, zu anorganischen Rillen geformt, laufen über den Asphalt. Der Hochsitz ist im Stehen eingeschlafen.

Ein Hase nippt an einer Pfütze, sieht mich, flieht ins Feld. Als ich die Stelle erreiche, sehe ich, die vermeintliche Pfütze ist nur ein Loch voller Schlick.

Später die Karte des Laufreviers, so viele Heimaten, daß es für viele Kindheiten reichen würde. Zwar war es nur eine, doch im Nachforschen unerschöpflich. Namen, Weiler, Ortschaften, Kleinstgewässer, alles weist über sich hinaus und an mir vorbei, als bedeute es mir einen dritten Ort, den ich erst noch finden muß. Ich muß mich beeilen, bevor er endgültig verschwindet und alle Zeiger ins Nichts deuten. So befinde ich mich im Gespräch mit der Karte und ihren Namen, meiner Erinnerung und der Vorstellung des nächsten Laufs durch das abgebildete Territorium.

Schon damals wollte ich nicht in die Zukunft. Schon als Kind war ich der Archivar meines eigenen, kleinen Lebens. Nun sind die Zeitschriften aus dieser Zeit fortgeworfen. Man hat mich nicht gefragt, als man Platz schaffen wollte im Regal.

Lauf ohne Gelehrten

29. Juni 2017 § 3 Kommentare

Später am Tag ein Lauf im Zickzack den Villehang hinauf und hinunter. Drei Tropfen besprenkeln mich aus der einen Seite, aus der anderen schlägt mir die Sonne ins Gesicht. Ein merkwürdiges Licht, denke ich, bis ich begreife, es ist nicht das Wetter, als hätte jemand den Himmel zu stark geschüttelt und dann entkorkt, es ist die Tageszeit, wann bin ich denn schon am Nachmittag unterwegs, im Sommer zumal? Zeit kurzer Schatten, flinker Vögel, lauten Verkehrs.

So ein Wetter gibt es meines Wissens nur hier, wo von Luv schweres Gewölk unter Zäunen durchkriecht und in Lee die Sonne den Kopf in einen Viehtrog steckt. Raben wie Ascheflocken, dampfende Pferdeäppel, die Erde unter den Brombeeren knochentrocken.

Das Denken nicht abstellen können, niemals. Beinahe immer, wenn es um das Erleben geht, flüstert mir wieder der Zeitdämon den Schädel voll. Seltener jetzt, wie der Gedanke an einen frischen Toten mit der Zeit größere und größere Pausen macht, aber bei bestimmten Anlässen, zack! ist er wieder da. Alleine und aufs Erleben selbst zurückgeworfen, stellt er sich zuverlässig ein, ein fester Bestandteil des Metaerlebens, keine Innenschau mehr ohne den Gedanken, daß es nur einen einzigen Zeitpfeil gibt, und daß Erleben eigentlich nicht möglich ist. Sind schon Leute verrückt geworden über so etwas.

Ich brauche zum Laufen immer zwei Hemden, egal wie heiß es ist. Ein enges, das sich ohne zu reiben an die Haut schmiegt und den Schweiß aufsaugt; und ein weiteres, das gegen Zugluft schützt. Ich gehöre zu den Läufern mit empfindlichen Brustwarzen, wenn ich die im Sommer nicht schütze, tun sie mir nach dem Laufen zwölf Stunden weh.

Natürlich wieder Fahrzeuge, ein Kampfpanzer, für den der Feldweg eigentlich zu schmal ist. Ich brauche nur ein Fünftel des Raums, aber wer ausweicht, das bin wieder ich. Später noch eine Mofafahrerin, zieht eine Schleppe aus Abgas und Parfum hinter sich her. Keine Mountainbiker, immerhin, und die verhaßten E-Biker sind wahrscheinlich alle am Rhein unten.

Der Gedanke dieser Tage, daß ich vielleicht nirgends mehr ankommen muß. Vielleicht bin ich längst da? Dann bliebe nur noch, zu leben.

Das Bedauern, allenfalls, daß ich kein Gelehrter geworden bin.

Solstitium

22. Juni 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

 
Mädchen, ihr tauchtet ins Wasser die Lippen der durstigen Krüge.
      Bebend von keuschem Naß stiegen die Küsse ans Licht.

Frühprotokolle. Muskelkater

1. April 2017 § 3 Kommentare

 
Der Morgen aufgestuhlt, ausgefegt, hallend von einem einsam tropfenden Wasserhahn. Aufgewacht mit einem fremden Socken am Fuß.

Vogelnamen aufzählen. Zungen archivieren. Wälder imaginieren, Hügel ins Flimmern bringen hinter den Wimpern des Forstes.

Wie ein müder Athlet streckt der Stiefel die Schnürsenkel von sich. Im Baum zählen die Raben ihr Beutegeld.

Das Wetter ein verrückter Einfall von gestern, der am Morgen absurd erscheint. Jetzt hängen wieder die Wolken über den leeren Bahnsteigen. Abgeknickte Schirme stecken den Kopf in Abfallbehälter. Die Forsythie hat einen schmutzigen Schuh aufgespießt.

Wie geht es weiter? Der Himmel riecht nach Flugzeugen. Die Braunelle zwitschert eine Endlosschleife aus Pausen.

Frühprotokoll. Sommerzeit

30. März 2017 § 2 Kommentare

 
Mit den Vögeln wach werden. Hausrotschwanz, Singdrossel, Amsel. Im Traum fliegen den Dingen wieder die Namen zu, Wolke, Weißdorn, Rauch, Kiesel, Weide, Gras. Der Tag ist wie ein kühler Ärmel, in den man fröstelnd schlüpft.

Hellere Wege. Was auch immer unter dem Winterlaub lauerte, ist jetzt fort. Die Sonne dreht eine Rose ins Schloß. Die Räume häuten sich und kehren die Fleischseite nach außen.

Als schwebten Fledermäuse langsam zu Boden, so kehren nach der nächtlichen Jagd die Bücherstapel zurück zum Tag. Der Fenstergriff, eine schwirrende Libelle, schwebt über den Schatten des Glases. Unter den Wolken indes breitet bequemer das Land sich aus.

Blinzeln des Rolladens. Die Kirschzweige im Fenster sind wie ein gekritzelter Gruß, den man am Frühstückstisch findet, wenn man zu spät erwacht.

Eine Anmutung von Fremdheit

23. März 2017 § 3 Kommentare

Als wäre das Laufen nicht mehr dieselbe Tätigkeit, als hätte sich, was ich als Laufen bezeichnete, wenn ich es tat, klammheimlich aus der Hülle des so Bezeichneten entfernt. Zu sagen, es ist nicht mehr dasselbe, trifft diese Verwandlung nicht, denn ich weiß nicht mehr, wie es vorher war. Es ist, als sei ein Schleier zwischen mein Laufen heute und mein Laufen vor, sagen wir, zehn Jahren getreten.

Es geht mir noch mit anderen Tätigkeiten so. Sie fühlen sich auf unheimliche Weise fremd an, oder ich selbst als Erlebender und Handelnder fühle mich in ihnen fremd an, als sei meiner Aufmerksamkeit ein weiterer Zuschauer gewachsen, unter dessen Augen und im Bewußtsein seines Zuschauens mir das Vertraute zu etwas sanftmütig Fremdem gerät. Selbst Küsse. Selbst das Liebesspiel. Selbst das Vertrauteste bekommt in diesem Argwohn die Anmutung von etwas Fremdartigem. Bin ich sicher, daß ich immer schon so umarmt, so geküßt habe? Ich weiß, was ich tue, ich fühle, was ich vermeintlich immer gefühlt habe. Aber plötzlich schiebt sich der zarte Schleier einer Unsicherheit zwischen mich und das Erleben. Es ist, als probierte ich den Geschmack von Dingen, die ich seit sehr langer Zeit entbehrt habe. Das merkwürdige aber ist, ich habe nichts entbehrt, es gibt ein Kontinuum ohne Brüche. Ich habe nie mit dem Laufen aufgehört, und auch mit der Liebe nicht, zum Glück.

Es ist etwas ungeheuer Plausibles in den Dingen, die wiederkehren. Plausibel und überraschend zugleich. Wenn überhaupt etwas, dann sind es die Gerüche und Geräusche der Jahreszeiten, die Textur eines bestimmten Frühlings- oder Herbstmorgens, die Dichte der Luft, die Transparenz des Raums, der Glocken, die darin schlagen, das geringste Gewicht des Lichts auf einer Anemone, die jenseits jeden Zweifels wahr sind, uralt und unveränderlich jung in ihrem Wiederauftreten. Spürt man, wie man alt wird, an ihrem Jungbleiben? Die Jahreszeiten werden nicht mit uns alt, mit niemandem.

Insofern ist jedes Erlebnis eines Frühlings, diese plötzliche Haupterhebung, daß man in der Frühe aus dem Haus tritt und sich wie gesalbt fühlen darf von der über Nacht geheiligten Luft, der Verweis auf alle Frühlinge, die man zuvor erlebt hat, und dadurch, daß so ein Morgen als etwas Bekanntes, als etwas, das man schon einmal erlebt hat, in Erscheinung tritt, und zwar als ganz genau dieselbe Erscheinung, gibt sie mir das Bewußtsein meines Alterns ein. Ich erinnere mich ja. Der Frühling ist neu und unverändert. Aber indem ich mich erinnere, daß genau der gleiche Frühling schon einmal war, ja, indem er mir überhaupt als etwas Bekanntes begegnen kann, fühle ich meine eigene Bewegung durch die Zeit.

Vielleicht ist es ein verändertes Bewußtsein von den Dingen, für die Dinge, für mein selbst in der Begegnung mit den Dingen. Eine Schärfung, nicht der Wahrnehmung selbst, sondern der Selbstwahrnehmung. Ein Argwohn gegenüber dem allzu Selbstverständlichen. Noch ist mein Laufen selbstverständlich, das Musikhören, das Betrachten einer Waldlandschaft, der Geruch geschlagenen Holzes, Stuhlgang, das Gefühl von feuchter Kiefernborke, Fieber, ein Weinrausch; aber es ist nicht mehr selbstverständlich, daß es selbstverständlich ist; daß es selbstverständlich so ist. Plötzlich könnte es auch anders sein. Plötzlich könnte es früher ganz anders gewesen sein als jetzt. Ich erinnere mich; aber die Erinnerung enthält nur Bilder, die zu allem passen, was ich jetzt erlebe. Die Erinnerung enthält ja nur Dinge, die man nicht mehr erleben kann, man kann nur die Erinnerung erleben. Nie kann ich in einen Lauf von vor fünfzehn Jahren zurückkehren, oder in eine vergangene Liebesnacht. Das Schöne an einem Frühlingsmorgen aber ist vielleicht, daß er selbst keinerlei Erinnerung hat an all die anderen Frühlinge vor ihm, die nur wir in ihm wiederfinden.

10. März 2017 § Ein Kommentar

 
Aus der lärmigen Stadt hinunter ins Tal zu den Mühlen und den schwarzen Bächen. Schiefer, zart wie Aquarell, zerbirst unterm Trommelfeuer des Spechts. Aus den Tiefen sickert Farbe zu Tal. Da heißt es hinaus zu den Straßen, den Brücken zwischen Wolken und Wasser, mit zittrigem Stift in die Luft gemalt, hängen sie wie kaum faßbare Gedanken über der Schlucht. Alles hat es eilig, selbst die Bäume machen sich den Platz streitig, bemühen sich, als erste den Hang zu erklimmen. Langsam dreht sich Licht in der schmalen Angel einer Birke. Schwanken wie von Toren, aus denen Moder zum Trocknen ins Freie strömt. Meisen und Spatzen fallen durch die Zweige, Postkarten gleiten in verrostete Briefschlitze, Schatten bohren sich in den Grund, munter tauchen die Schuhe unter den Weg, der Himmel springt von Ast zu Ast, und leise, leise faucht der Wald vor sich hin, wie ein alter Seehund, der heimlich Arien übt.

Golberg, 11. Februar 2017

11. Februar 2017 § Ein Kommentar

Nachts hat es geschneit.
Platzsparend voreinandergerollte Kulissen die Hügel, wo sich der Wald zu Reihen aus gestaffeltem Grau öffnet. Der Himmel so tief, daß sich die Gipfel, die Bäume, Häuser und Strommasten ducken müssen. Die Ferne läuft nur ein Stück voraus und kehrt, bleich geworden, wieder um. Nichts wirft einen Schatten, als sei der Grund zu weit weg, um darauf zu stehen. Alles ist leicht, die Mauern hohl, Scheunen aus Papier. Nur Bäche haben ein schwarzes Gewicht, sie ziehen an den Dingen, die von ihnen fortstreben. Krähen steigen aus einem kahlen Baum auf. Schnee bröselt von einer Birke, als habe ein Tier den Ast gestreift. Alles, was Blicke hat, schaut woanders hin. Fehlen nur noch heimkehrende Jäger.

Das letzte Haus vorm Wald, ein Schneehaufen markiert das Schaufelende des Räumfahrzeugs, danach fängt ein Weg an, den nur sparsam Tierspuren kreuzen. Als erster Mensch auf dem Weg, ein Stückchen weit. Es tut beinahe weh, auf die frische Schneedecke zu treten, die perfekte, mühelose Makellosigkeit mit der schnaufenden, rotzenden, behelfsmäßigen Trivialität der Sohlen zunichte zu machen. Andere menschliche Spuren sind eine Erleichterung, dort kann man gehen, dort war schon jemand, dort ist die Welt gedeutet und aufgebrochen. Wie ein Kuchen, den endlich jemand angeschnitten hat.

Ein Ort, von dem aus man die Straße hört. Kurze Blickräume zur nächsten Reihe Fichten, dahinter löst sich jede Erwartung von Sicht ins Annähern und Entfernen von Geräusch auf. Sägen oder Hundegebell, es ist nicht zu unterscheiden. Die Umwelt ist lauter als sie sichtbar ist. Meisen rufen wie von hinter den Kulissen, und ein ganz unbekannter Vogel. Der Schnee auf der Bank: unberührt. Eine Birke hüllt sich in Fetzen vergilbter Tapete.

Und dann, weniger sichtbar als fühlbar an der plötzlichen Abtönung einer Rauchschwinge über einem Wohnhaus, an der Vertiefung des Reliefs, das die Körnung auf unberührten Schneedecken bildet, an einer Auflockerung des nassen Straßenglanzes: die Sonne. Noch kein Himmelskörper, nur ein Erstarken von Flächen und Kontrasten, in dem die Verlängerungen von Wegen und Hügelachsen transparent werden, und die Bäume in perspektivisches Zucken geraten. Der Schnee schmilzt, man hört es an den Geräuschen, sie werden härter, sie isolieren sich voneinander, auch zwischen ihnen wird es heller.

Plötzlich Stimmen. Blickauf, hineingekleckst in die schwarzweiße Welt des Waldes wie Anstriche in einem Schulbuch, farbige Jacken, Mützen, Hosen. Ein Trupp Wannderer zieht vorüber, soldatisch stramm, dabei immer redend, redend, eifrig und alle auf einmal, als müßten sie alles, was irgendwo schon einmal gesagt worden ist, unbedingt noch einmal sagen. Sie verschwinden zwischen den Bäumen, die Stimmen verstreuen sich im Wald. Einen Moment später ist die Kreuzung voller Spuren, die niemandem mehr gehören. Doch noch heimkehrende Jäger, könnte man denken, aber nein, sie haben nicht woanders hingeschaut.

Noch einmal Neujahr

17. Januar 2017 § 2 Kommentare

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Ein Gang über winterliche Gefilde, wir zählen zwei und zwei die fünf Bäche zusammen.

Ehe sie sich vereinigen, unterirdisch, unbeobachtet in conspirativen Kanälen, aus denen die feuchte Kälte rauscht.

Gebäude stellen die Topologie voll. Es ist schwierig, den Überblick zu behalten.

Wir behalten ihn. Wir krempeln dem Talgrund den Ärmel auf. Landschaft, an den Häusern vorbeigeschmuggelt. Ich mag es, deinen Augen zuzusehen, wenn wir vom Wandern sprechen.

Ein weggeworfenes Mühlrad neben der alten Mühle, mahlt Schnee mit schwarzen Schaufeln. Eine Fremde tritt auf den Weg zur Mühle, sieht sich um, stumm, wir grüßen auch nicht. So stehen wir jedes für sich vor der Vergangenheit, die für alle gleich ist.

Der Mühlteich verlandet; Wasserpflanzen stoßen ans Eis, wie Lippen von Kindern, die eine Fensterscheibe küssen.

Noch eine neue Schicht Weg übern Weg gelegt. Eine tröstliche, neue Schicht, noch einmal Feiertagskerzen in den Fenstern.

Der Schnee wie frische Farbe in den Zimmern eines neu zu beziehenden Hauses. Zu Hause in der Welt, wieder zu Hause da, das wär was.

Überall schon die Meisen, als hingen die Bäume voller Fahrradklingeln.

„Was hast du für kalte Hände!“, sagst du, und dann ist es wirklich Zeit, nach Hause zu gehen.

Wo bin ich?

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