Pferdetraum

16. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Wohlwollen, eine Freundlichkeit. So fühlt es sich an, auf dem Pferderücken. Rechts mit der Hand den Hals getätschelt, entzückt über das schöne, gelassene, kluge Tier mit dem harten Fell, und daß ich es reiten darf, daß es mich trägt, mühelos, schwebend, sanft. Voll aufmerksamen Wohlwollens, ein Schreiten zwischen Hecken über einen sandigen Pfad. Das Pferd läuft im Schritt. Einen Sattel gibt es nicht, Steigbügel auch nicht, nur kurze Zügel, deren Handhabung ich nicht verstehe. Ein bißchen habe ich Angst, mit diesem viel zu kurzen Riemen etwas falsch zu machen. Ich weiß, daß mich das Tier jederzeit abwerfen könnte, das ist für einen Moment ein mulmiger Gedanke, dann vergesse ich es wieder. Lieber staune ich, wie hoch man sitzt, hoch zu Roß eben. Der Pferderücken ist sehr bequem, besser als jeder Fahrradsattel. Die Hecken gleiten vorbei, fern steht ein Waldrand, der Weg verläuft schnurgerade unter einem schönen Sommerhimmel, die Bewegung ist schön wie das Fliegen. Aufgehoben auf diesem starken Rücken, weiß ich mich behütet von einem Wesen, das sich hier besser auskennt als ich, und dem ich blind vertrauen kann und auch will.

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Aber immer wieder weggedreht

27. März 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Hunden habe ich auch schon oft geträumt, das ist was ganz Merkwürdiges, und das merkwürdigste daran ist vielleicht, daß es gar keine Hunde sind. Oder vielleicht doch. Also schon, es sind … Tiere. Es sind Tiere, die mich anschauen, oder auch nicht anschauen, aber die da sind und von mir wissen, selbst wenn sie mich ignorieren. Es sind keine Menschen oder Zauberer in Tiergestalt, sondern Tiere als Urform des Tiers, des Säugetiers wenigstens, des domestizierten Säugetiers zumal, mit Schnauze, Blick, Fell, Schnüffeln und Wedeln. Es ist etwas Verletzliches um diese Wesen, eine tiefdunkle Farbe bevorstehenden Schicksals. Sie sind gezeichnet, sind Verworfene, und doch Freie, die keines Mitleids bedürfen. Und so, ganz nah (wie das Gesicht von Hunden …), zugleich auf der anderen Seite von etwas Unüberbrückbarem, Unheilbarem, sind sie es, die bescheid wissen, und in deren Augen ein weiser Blick kommt, wenn sie Mitleid haben mit uns.

Tierträume

25. März 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Zoo. Dunkle Giraffen, die mit gespreizten Beinen trinken und sich dann mühevoll wieder aufrichten. Manchmal stoßen sie ein wunderliches Gebrüll aus, als störe oder beunruhige sie etwas Dieses Gebrüll ist ein langer, dröhnender Schrei, ein Geröhre und Grollen, das sie mit gesenktem Hals ausstoßen. Auf ihrem Rücken sitzen kleine Affen. Später sind die Giraffen aber Kamele; und aus den Affen auf ihrem Rücken sind hohe, verfaltete, eingeknickte und mit langen Fellbüscheln gekrönte, schlanke Wülste geworden, ihre Höcker, so hoch und sperrig, daß man sich fragt, wo denn auf diesem Rücken ein Reiter Platz finden soll.

Giraffa camelopardalis (im Kölner Zoo)

Gestern bei Strabo folgendes gelesen (Geographica, 7.4.8):

ἔστι δὲ τῶν τετραπόδων ὁ καλούμενος κόλος, μεταξὺ ἐλάφου καὶ κριοῦ τὸ μέγεθος, λευκός, ὀξύτερος τούτων τῷ δρόμῳ, πίνων τοῖς ῥώθωσιν εἰς τὴν κεφαλήν, εἶτ’ ἐντεῦθεν εἰς ἡμέρας ταμιεύων πλείους ὥστ’ ἐν τῇ ἀνύδρῳ νέμεσθαι ῥᾳδίως.

„An Vierbeinern gibt es den sogenannten Kólos, der Größe nach zwischen Hirsch und Widder, von weißer Farbe und im Laufe schneller als diese. Er kann mit den Nüstern Wasser in den Kopf aufnehmen, auf das er dann als Vorrat über mehrere Tage hinweg zugreift. So vermag er leicht auch in Trockengebieten zu weiden.“

Wo bin ich?

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