Erwachsenwerden

30. Januar 2015 § 8 Kommentare

Mit einem mal war man erwacht aus einem Traum. Man war eben dreizehn geworden oder zwölf, man war aus den Ferien heimgekehrt, oder ein neues Schuljahr hatte begonnen. Und plötzlich gab es die Zeit. Gestern war das noch nicht gewesen. Es gab nicht mehr das eine einzige gewaltige Präsens von vor den großen Ferien, das Präsens, das ich selber war, solange ich denken konnte; es gab eine Vergangenheit, die sich unversehens aus mir gelöst hatte; und also gab es auch eine Zukunft, die erst Ich werden mußte, die ich aber schon überblicken konnte, wie ich mich selbst überblicken konnte; eine Zukunft, die mehr war als nur die Erwartung auf Weihnachten und die großen Ferien. Die Zeit war meßbar geworden, und bewegte sich nicht mehr. Nun war ich es, der sich bewegte. Ich hatte das Gefühl, jetzt kann ich schwimmen. Aber ich konnte nicht nur, ich mußte es auch, denn nun gab es auch keinen Grund mehr unter den Füßen. Man konnte ertrinken am Leben, wenn man sich nicht bewegte. Immer vorwärts, in die Zukunft. In meiner Verzweiflung griff ich nach den alten Kinderbüchern, Fünf Freunde, Schiff der Abenteuer, Pippi Langstrumpf, holte das Lego und Playmobil aus dem Schrank, lief bestimmte Wege noch einmal ab, als könnten die mich in die Welt vor dem Erwachen zurückführen. Aber die Kinderbücher gaben nur immer die gleichen Geschichten her, in denen ich mich nicht mehr verlieren konnte; und das Spielzeug lag fremd und störrisch in meiner Hand, ich konnte mir nicht mehr vorstellen, wozu es einst gedient hatte. Was es mir verdarb, war dieses plötzlich hellwache Bewußtsein dessen, was ich tat. Die Feststellung, daß ich spielte. Ich beobachtete mich beim Spielen, und damit gelangen mir die Stimmen meiner Helden nicht mehr. Die Raumschiffe flogen nicht mehr, die Burgen waren verlassen, die Galeeren gekentert. Und beim Lesen: Aha, jetzt lese ich also. Das Spiel war zu einem Spiel, die Bücher zu Büchern, die Schiffe zu Modellen geworden. Und auch der Wald war nur der Wald, und die Wege führten doch nur im Kreis wieder zurück zum eigenen, scharfen Bewußtsein, an man sich selbst schneiden konnte. Ich wäre so gerne noch ein bißchen geblieben, im großen Jetzt. Aber schon, daß ich das überhaupt denken konnte, machte meine Vertreibung aus.
Nur was man verloren hat, kann man sich zurückwünschen.

(Beitrag zu *.txt)

Dich, nackt, betrachten

28. Januar 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich hätte innehalten können
Ich hätte auf dem Weg vom Tisch zum Bett stehenbleiben können. Ich hätte stehenbleiben können, das Glas in der Hand, verharren, warten.
Ich hätte, nackt inmitten des Zimmers, mit den Füßen in unserem vermischten Kleiderberg stehend, ein Glas Wasser in der Hand für dich, innehalten können, um dich zu betrachten.
Ich hätte es so machen können, daß kein Tropfen aus dem Glas gesprungen wäre. Ich hätte den Atem anhalten können. Ein Bein halb in der Luft. Auf einer Minute balancierend.
Aber wie leise ich auch gewesen wäre, wie behutsam ich es auch angestellt hätte: Du hättest es ja gemerkt. Du hättest gemerkt, daß auf einmal alles still wird und wie die Stille sich in die Zeit hinein ausrollt. Du hättest gespürt, wie die Stille sich um deine Nacktheit legt, um deinen Atem, um deinen Herzschlag, wie Du selbst in die Stille hineinwächst.
Und da hättest du von dem Buch aufgesehen und mich bemerkt, wie ich, nackt, ein Glas Wasser in der Hand, inmitten des Raumes stehe, um die Knöchel den weichen Berg Kleider geschlungen, dich betrachte und keinen Tropfen verschütte dabei.
Du hättest, nackt wie du warst, im Bett sitzend, zur Seite geneigt und auf den Ellenbogen gestützt, zugedeckt bis zur Hüfte, mich angeschaut und gewußt, daß ich dich anschaue.
Du hättest, nackt bis zur Hüfte, deine Brüste hell und zart wie Nestlingsvögel, dein Bauchnabel ein verspieltes „O“, gesehen, wie ich dich anschaue. Du hättest alles gewußt, und deine Nacktheit, deine süßen Nestlinge, wären nicht mehr dieselben, das „O“ nicht mehr ganz so verspielt gewesen. Denn sie wären von deinem Blick zu mir hin beherrscht worden. Deine Nacktheit hätte mich ihrerseits angeschaut.
Du hättest mich angeschaut, nackt hättest Du mich angeschaut, von einem Fleck Sonne gestreift, der deine Mamillen mit einem Schattenring umgab, und deine Nacktheit wäre nicht mehr bei sich selbst gewesen. Sie wäre eine Nacktheit gewesen, die plötzlich weiß, daß sie nackt ist. Die weiß, daß sie nackt ist und angeschaut wird und zuruckschaut. So eine Nacktheit.
Von einem angeschaut, der selbst nackt ist, und weiß, daß du weißt, daß du nackt bist, in diesem Moment. Mit einem Glas Wasser in der Hand, einen Fuß im Kleiderberg. (Kein Tropfen aus dem Becher sprang.) Ich glitt weiter, aus der Null eines Innehaltens in die Eins der Bewegung, streifte nur deine Nacktheit, nahm von ihr, soviel ich konnte in dem Moment, bevor sie sich selbst bewußt würde, und stellte das Wasserglas auf den Nachttisch. Dann beugte ich mich über dich und küßte dich.
Ich hätte den Uhren in die Zeiger greifen müssen, um nicht in der Zeit innezuhalten, sondern die Zeit selbst, um so diesen Moment in all seiner Dauer und deine selbstvergessene, unbeobachtete Nacktheit zu betrachten, wie sie eingebettet war in Licht und Schatten und das Dahinströmen der Zeit.
So war dieser Augenblick, aus der Null zur Eins, aus der fortlaufenden Bewegung in die weiter fortlaufende Bewegung, eine Folge von Momenten, ununterbrochen, Schwinge an Schwinge der Zeit; so war dieser Augenblick wie eine Buchseite, die der Wind umschlägt, bevor man das letzte, das erstaunlichste Wort lesen kann.

Ce Pe, eine Begegnung

29. September 2011 § Ein Kommentar

Und dann ist da wieder diese Stimme, die plötzlich als Du denkbar wird und auch so gedacht werden muß, nicht mehr nur als sie, die ehemalige Kollegin, die Wiederaufgetauchte, sie, die jetzt eben selbstvergessen und mit den Gedanken überall, nur sicher nicht bei mir, die Straßenbahn betritt.
Sie wird fremd bleiben. Die unverhoffte, nun schon zum vierten, fünften Mal wiederholte Begegnung ist eher dazu geeignet, mich mir selbst zu vergewissern, als ihr über das aufblühende Du hinaus näherzukommen. Erst im zweiten Gedankenschritt erkennt sich dieses Selbst, in einem anderen Blick erkannt, erkennend wieder, benamst findet es einen Namen und als Ich dieses Du. Dieses Gefühl: Man möchte was machen. Man möchte gemeinsam sich einem Stück Welt zuwenden und darin die Abdrücke, das Gekräusel, den Schatten des anderen überkreuz und wieder zurückgeführt zum Eigenen betrachten. Die Spuren und die wellenförmigen Spiegelungen, das wäre schön, die Interferenzen. Für eine kleine Weile, bis man wieder zurückgestoßen ins Alleinsein mit einem einzigen Augenpaar zurechtkommen muß, noch einen Zweitblick haben, einen gedoppelten Sinn für die Welt, ein paar Stündchen lang, die ihrerseits gedoppelt wären, da deine Zeit und meine ja zweifach zählte. Von ihrem Gesicht zur Sonne und wieder zurück. Da liefen Hunde im Park. Ein Drache stiege und fiele aufwärts in den Tümpel des Septemberblaus hinein. So viele Menschen, und sie, du, und das eigene Alleinsein, es wäre wunderbar aufgehoben bei ihr. Ich möchte mich selbst bei ihr abgeben. Bitte, nimm du ihn mal einen Nachmittag. Und mich dann dort, bei ihr, bei dir, einfach vergessen und nicht wieder abholen. Ich müßte auf nichts aufpassen, am allerwenigsten auf mich. Ich könnte mich ganz dem Staunen überlassen, daß du nicht ich bist, sondern ein anderer, und mit dieser anderdeinen Stimme zu mir sprichst und mit dieser wunderdeinen Stimme mich meinst.

Sæby (4)

6. Februar 2009 § Ein Kommentar

Daß man allein sein konnte: Es war die Entdeckung der Stimmen. Sie sagten es ihm nicht. Aber er wußte es durch ihren singenden Mund. Das Licht dort draußen, wie es sich von Stamm zu dunklem Stamm fortpflanzte, es zog eine Grenze, kühler und härter als die Scheibe aus Glas, an der er seine Nase plattdrückte. Die Welt fiel in Dort und in Hier auseinander, der Raum wurde Zwilling, wurde Flügel, ein Doppeltgleiches, das etwas (ein Schreiten; Stimmen; Lichter, die sich von Baum zu Baum fortpflanzten) enthalten und zugleich aussperren konnte.

Novembermorgen

11. November 2008 § Ein Kommentar

Beim Laufen an manchen Samstagvormittagen, in der bewegten Stille des Lichts, im Wald: Ein solcher Geruch, es ist, als hätte es ihn seit fernsten Kindertagen nicht mehr gegeben. Eingekapselt in den Duft von Sonnenwärme in der Kiefernborke ist da plötzlich etwas wie Schwingende Drähte. Warmer Sandstein. Sonne wie Staub vor den Fichten wirbelnd. Trocken leuchtende Fäden der Spinnen. Die Luft, deren Kühle bis ins eigene Blut vordringt. Wassergurgeln in Gräben. Es ist ein Anhauch, der intensiv nach Wiedergefundenem riecht, und jenes seltsame Erschrecken auslöst, das jedem unerwarteten Wiedererkennen immer um einen Herzschlag voran geht. So nah ist plötzlich alles, so greifbar, so transparent alle Geheimnisse, keine zwei Gedanken mehr entfernt, daß man schon jubelt, jetzt nur aufpassen, jetzt nur nichts versäumen, hellwach jetzt! Man bräuchte nur die Hand ausstrecken. Nur noch einen Schritt tun, einmal Luft holen, den Gedanken zu Ende denken.
Doch dann, noch ehe man richtig mitbekommen hat, was geschieht, schreit ein Häher; das Laub knistert, die Wasserflächen ziehen sich kräuselnd zusammen, und schon haben sich alle Zeichen des inaussichtgestellten Glücks schon wieder aufgelöst und sind so unwiderruflich verschwunden, daß nicht einmal die Inaussichtstellung selbst, sondern nur das Gefühl eines nunmehr endgültigen Verlustes zurückbleibt.

21. Februar 2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich liebe diese eingefrorenen Blumen, abseits des überall aufschießenden Lichts, in den schwindenden Wegrändern, wie gebannt und zum Stillstehen gebracht von einer anderen, urvernünftigen, selbstgenügsamen und leiseleise tapsenden Zeit.
Überall braust es jetzt. Der Frühling ist die schnelle Jahreszeit. So schnell, daß man nicht mehr nachkommt. Die schnelle Jahreszeit, immer schon woanders, weiter, fort, flimmernd, aufgebrochen, abgefahren, schnell, so schnell, daß man strampelt und strampelt in all dem Brausen und Leuchten und Zwitschern und trotzdem immer zu spät ist. Verpaßt, vorbei, für dich diesmal wieder nix. Die Stimmen der Amseln süß so süß, daß es schmerzt, und noch schlimmer, weil man glaubt, man müßte es nur aber was denn nur? enträtseln, dann … dann … hätte man es endlich, wüßte es, dieses unmenschliche Singen und Jubeln. Aber man versteht es ja nicht. Man öffnet das Fenster, daß Wärme Licht und Schall hereindringen, und glaubt, auf der Stelle sterben zu müssen, wenigstens, sich auflösen. Könnte man es nur. Man bleibt am Leben und muß hören und riechen, am riesigen, tönenden, duftenden Draußen, wie es da jubelt: Selbstvergessen, irr, an der Grenze zum Sturz in flackernde Auslöschung, und doch: Ganz bei sich, unbeirrt und: In-der-Zeit. Das ist so verschwenderisch, als gebe es ja von ihr immer genug, von der Zeit, wie töricht, das Gegenteil ist doch der Fall, und es ist nie genug, je schneller und verschwenderischer, desto weniger bleibt, und desto mehr muß man verpassen und abermals verschieben, auf einen urvernünftigen Frühling. Den es nie geben wird.
Schon seit Wochen sticheln die Meisen. Vor zwei Tagen der erste Buchfink. Am nächsten Tag dann alle wie auf Kommando. Sind spät dran dieses Jahr.
Es wird Frühling.
Die große Zeit der Versäumnisse.

kulissen, plakate

25. Januar 2007 § Hinterlasse einen Kommentar

es bleiben immer dieselben bilder und sehnsüchte, was man auf der reise sich vorstellte, ein glück, ein warmer raum, wird sich entziehen. du läufst durch den wald und freust dich einen langen tag, aber die heimkehr ist nie so, wie du sie dir vorgestellt hast. du siehst dich selbst, wie man aus dem dunklen frost hineinspäht in den lichtkreis einer lampe, in der menschen sitzen mit ruhigem antlitz, daheim und bei sich: so einer möchtest du werden, da willst du hin. in-remscheid-ende-06-004oder vornübergebeugt über eine kladde, ein heft, eine tastatur, du selbst, in heilige gedanken verheddert, glühend und doch ruhig, ab und zu gelassen und deiner einfälle sicher, nach der kaffeetasse greifend. ein bild bleibt es, und nichts daran ist wesentlich, sowieso nicht. es ist die vorstellung eines selbst, dessen wesen zurücktritt vor einer kulisse, einem plakat. ich sah einen bekannten seine abschlußarbeit schreiben. das sah gemütlich aus, lebensvoll, schwierig, ohne quälend zu sein. das war schön. so müßte es doch gehen, dachte ich. so ähnlich ergeht es einem manchmal, wenn man einen schreibwarenladen betritt. die sauberen kladden, verheißungsvoll in ihrer erwartung, die leeren seiten mögen gefüllt werden, das schreibgerät, so klar und sauber und leicht zu handhaben wie ein endlich geglückter gedanke, den man, bemächtigte man sich nur dieses füllers, zwangsläufig haben wird. es ist derselbe irrtum wie der, den einer begeht, der sich mit dem neuen mantel, dem hemd, den schuhen eine persönlichkeit, ein ich anzuziehen meint.
aber kamst du nicht irgendeinmal so nach hause, wie du jetzt es dir erträumst? feldweg-effekte-009du erinnerst dich: da war es so. da auch. du ziehst den mantel über, schnürst die schuhe, wirfst brot und käse in den rucksack. aber den weg, den du so oft gegangen bist, hast du nur einmal gefunden. die wälder sind eine kulisse, die die erinnerungen ausstellt.
die lampe überm tisch ist es auch.

Kirschblüten parodieren sich selbst (wie jedes Jahr …)

2. Mai 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

es gibt nichts zu sprechen. weder inwändig noch auswändig. weder zu menschen noch zu pilzen, noch zu wasserfällen, falls es irgendwo noch welche geben sollte, nein, worte sind nicht, und das leben spielt sich ab zwischen pflasterstein, tastatur, bier und bett, höhepunkt der woche ist die sonntägliche masturbationssitzung. im wortsinne.

ein baufahrzeug hängt in den scheiben, unsichtbar, drängelnd. überall wird jetzt gebaut, als wüßten sie alle genau, wofürs gut ist. ich weiß es jedenfalls nicht, und so erscheint mir das alles albern und wichtigtuerisch. kirschblüte parodiert wie jedes jahr ihren eigenen kitsch. wahrscheinlich weiß sie, wofürs gut ist. aber käme nur noch auf platz zwei.

so sind die zukünfte: banal. die wege geben nichts zurück von dem, was man ihnen überließ und überläßt, tag für tag, die hoffnungen sind alltäglich und maßlos. herrlich, wie spaßhaft das alles ist. nichts verpflichtet. morgen ist ja auch noch ein tag.

Sæby (1)

20. Dezember 2005 § 2 Kommentare

(Alouette, gentille Alouette …)

erinnere dich an jene stunde.

erinnere dich an hütte, fenster, wald. an die dunkelheit, die gegen das fensterglas anstieg, an die dunkelheit, die kühl und ein wenig fremd unter deinen fingerspitzen kribbelte. an die andersseitige dunkelheit, den weiten raum, die verhüllten kiefern. an die dunkelheit, die den gesang barg, freigab und dann wieder in sich zurücknahm.
erinnere dich. du warst das. du standest am fenster, du preßtest die nase an die scheiben, du hörtest die stimmen, wie sie jenseits sangen und verklangen, die leuchtenden stimmen.
(Alouette, gentille Alouette …)
da beugtest du dich vor, atmetest einen nebel aus, stießest mit der nase gegen die nacht draußen und wußtest nicht ein noch aus vor schönheit. du hattest noch keine worte, alles stellte sich unmittelbar vor dir auf, wuchs dir
(Alouette, je te plumerai …),
direkt ans herz, und doch … und doch … (je te plumerai la tete …) fühltest du damals schon, daß du nicht ganz warst. daß die schönheit von dir getrennt, dir entfremdet war. wem hättest du es sagen können? im nebenraum, meilen entfernt, schliefen die eltern, denen du es am morgen erzähltest. aber hatten sie denn verstanden? hätten sie es dir deuten, hätten sie es dir auflösenkönnen? du fragtest sie nach dem lied, summtest es ihnen vor, glaubtest, es damit erworben und beherrscht zu haben, wenn du nur einen namenhättest. als könntest du dem schönen näherkommen, indem jemand das lied für dich sänge, wieder und wieder! als könntest du das schöne begreifen, wenn es wiederholbar geworden wäre … doch in demselben augenblick, da du
(Alouette? – Alouette!, Ooooh …),
da du begriffst, daß es schönheit gab, spürtest du schon ihre unerreichbarkeit und den schmerz, und auch, daß du allein sein würdest im angesicht des schönen. und später:

da erfandest du worte: behelf, meßgerät und prothese. aber näher würdest du ihm niemals kommen.

Tagfrauenauge

3. Februar 2005 § Hinterlasse einen Kommentar

In der Mensa der flüchtige Aufblick über den Tellerrand plötzlich und noch mehrfach abgefangen von Frauenfremdauge, das herzlich ist und offen; Neugier zuckt hin und her, zwischen Salat und Fisch und über das Stimmengemurmelbesteckgeklirr hinweg, schlenkert weg, blitzt zurück, schaut hierhin, während der Mund dorthin spricht, und ich denke, daß vielleicht doch noch nicht aller Tage abend ist, und daß es in diesem Fall wohl noch nicht aller Nächte Morgen heißen müßte.

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Unerreichbarkeit auf VOCES INTIMAE.