Livius, II,3

3. April 2019 § Ein Kommentar

Obwohl es nun niemand bezweifelte, daß Krieg von den Tarquiniern drohe, geschah dies freilich später als von allen erwartet; im übrigen passierte etwas, womit keiner gerechnet hatte: List und Verrat machten die Freiheit ums Haar wieder zunichte. Es gab unter der Jugend Roms einige junge Männer von nicht eben geringer Abkunft, deren Lust und Laune unter der Königsherrschaft recht ungezügelt gewesen waren; den Tarquiniern Ebenbürtige und Gefährten, die es gewohnt waren, ihr Leben nach Königsart zu gestalten. Bestrebt, die alten Privilegien wiederzuerlangen, nachdem alle Bürger vor dem Gesetz gleich geworden waren, klagten sie untereinander, die Freiheit der anderen sei zu ihrer eigenen Knechtschaft ausgeschlagen: Der König sei ein Mensch, an den man sich mit der Frage nach Recht und Unrecht wenden müsse; er sei der Ort für Gnade, für Gunst; er könne in Zorn geraten und verzeihen; kenne den Unterschied zwischen Freund und Feind; Gesetze seien etwas Taubes, Unerbittliches, nützlicher und förderlicher für den Hilflosen als für den, der Gewalt besitze; sie kennten weder Großzügigkeit noch Nachsehen, wenn man mal über die Stränge schlage; angesichts so vieler menschlicher Schwächen sei es gefährlich, wenn einen allein die Unschuld am Leben ließe.

Cum haud cuiquam in dubio esset bellum ab Tarquiniis imminere, id quidem spe omnium serius fuit; ceterum, id quod non timebant, per dolum ac proditionem prope libertas amissa est. Erant in Romana iuventute adulescentes aliquot, nec ii tenui loco orti, quorum in regno libido solutior fuerat, aequales sodalesque adulescentium Tarquiniorum, adsueti more regio vivere. Eam tum, aequato iure omnium, licentiam quaerentes, libertatem aliorum in suam vertisse servitutem inter se conquerebantur: regem hominem esse, a quo impetres, ubi ius, ubi iniuria opus sit; esse gratiae locum, esse beneficio; et irasci et ignoscere posse; inter amicum atque inimicum discrimen nosse; leges rem surdam, inexorabilem esse, salubriorem melioremque inopi quam potenti; nihil laxamenti nec veniae habere, si modum excesseris; periculosum esse in tot humanis erroribus sola innocentia vivere.

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Urheberrechtsreform

25. März 2019 § 2 Kommentare

Nehmen wir Wasser. Oder Kleidung. Oder Nahrung: Den Kaffee, den ich trinke, kann mein Bruder nicht mehr trinken, die Schokolade, die mein Bruder aufißt, kann ich nicht mehr essen. Der Mantel, den der Hl. Martin trägt, kann nicht zugleich der Bettler tragen, weswegen, sollen beide nicht frieren, das gute Stück geteilt werden muß. Ähnliches gilt für Wohnraum, für Platz auf der Autobahn oder den Sitz in der Straßenbahn. Es gilt für die Säge, den Spaten, das Feld, das Smartphone. Es gilt für alles, was stofflich, räumlich oder handhabend konsumierbar ist, besessen werden und zur Neige gehen kann.
Es gilt nicht für Ideen. Es gilt nicht für Erfindungen. Es gilt im Zeitalter der verlustfreien Reproduzierbarkeit nicht für Filme, nicht für Musik, nicht für Texte. Beliebig viele Menschen können zur gleichen Zeit denselben Text lesen, ohne daß der Text sich in irgendeinem Sinn dabei verbrauchte oder seine Integrität einbüßte, wie es etwa bei Schokolade, Kaffee oder eben Mänteln der Fall ist.
Bis zum Beginn des Zeitalters der Digitalisierung war es möglich, diesen Umstand zu verschleiern, indem man solche nicht-rivalisierenden Güter künstlich verknappte: Wer einen Film sehen wollte, mußte ins Kino gehen und Eintritt bezahlen; wer ein Buch lesen wollte, mußte sich ein Exemplar kaufen; wer ein Bild anschauen wollte, mußte entweder ins Museum gehen, einen Kunstdruck erwerben oder einen Bildband erwerben. Es war sehr einfach, Filme, Bilder, Musik und Kunstgegenstände zu verknappen, alles, was man tun mußte, war, diese beliebig oft anschaubaren, anhörbaren, lesbaren Dinge unter Verschluß zu halten und nur gegen Entrichtung eines entsprechenden Obolus’ herauszugeben. Was dennoch durchrutschte, auf dem Wege des Verleihs innerhalb des Bekanntenkreises zum Beispiel, galt wohl zurecht als geringfügig. (Ich kann mich allerdings noch an die Aufkleber Kopieren? Nein, danke! in den 80er Jahren erinnern, mit denen Notenmaterial aus der Musikbibliothek gekennzeichnet war.)
Wie lächerlich es ist, eine Idee, einen Einfall oder eben einen Text zu verknappen, ihn als rivalisierendes Gut, mithin wie Schokolade zu behandeln – als könnte er zu Ende gehen, wenn zu viele Leute ihn lesen –, wird erst deutlich, seit Musik, Bilder und Texte erstens verlustfrei kopiert, besonders aber, seit sie verlustfrei über beliebig große Entfernungen mit beliebig vielen Menschen geteilt werden können. Dabei ist keineswegs einzusehen, wo die Grenze zwischen einem sehr großen Freundeskreis, in dem jede CD einmal die Runde macht, ja, wo es vielleicht Absprachen gibt, wer welche CD besorgt, damit jeder mal mit einem Kauf dran ist, und der Öffentlichkeit eines Tauschrings im Netz zu ziehen ist. Der einzige Unterschied liegt darin, daß der Tauschring für Ermittler sichtbar ist (und die Betreiber der Plattform kommerzielle Interessen haben). Aber auch ohne kommerzielle Interessen wäre ein Tauschring nach bestehendem Recht illegal, sofern sogenanntes urheberrechtlich geschütztes Material getauscht, also seiner Natur gemäß vervielfältigt und verbreitet wird.
Manchmal denke ich in diesem Zusammenhang ans Rad. Ans Rad? Ja, ans Rad. Oder nehmen wir die Pflugschar. Das Joch. Die Eisenverhüttung. Den Webrahmen. Den Steigbügel. Den Bogen. Die Fruchtfolge. Die Odyssee. Hätte der Erfinder des Rades die Verwertung seiner Erfindung mit einer Gebühr belegt, würden wir uns vielleicht heute noch um Rechte zanken und nicht um ein allgemeines Tempolimit(1) auf Autobahnen. Und Vergil hätte nach heutigem Recht die Aeneis nicht schreiben dürfen. Verknappung immaterieller, nicht-rivalisierender Güter ist ein bißchen wie die Verknappung von Wind oder Regenwasser: unmöglich. Der Unterschied ist: Kunstwerke, Erfindungen, Romane oder Filme fallen nicht vom Himmel. Ihre Abfassung, Entwicklung, Ausarbeitung kosten Mühe und Zeit; ihre Imaginierung setzt Freiheit und Unabhängigkeit von den Sorgen des Materiellen voraus. Wer einen Roman geschrieben hat, hat in dieser Zeit kein Haus gebaut, keinen Strom verlegt, keinen Alten gepflegt, keine Kinder unterrichtet. Trotzdem muß er von etwas leben, und wenn wir Romane haben wollen, müssen wir die entlohnen, die uns mit dem Stoff versorgen.
Und freilich folgt aus der Unmöglichkeit einer Eigentumsdurchsetzung nicht, daß kein Eigentumsrecht besteht. Dennoch ist offenkundig, daß die bestehende Handhabung der künstlichen Verknappung nicht-rivalisierender Güter im Zeitalter der Digitalisierung nicht länger haltbar ist. Über kurz oder lang wird da etwas Neues kommen, um Urheber angemessen zu entlohnen. Die Frage ist nur, was? Die geplante, morgen dem EU-Parlament zur Abstimmung vorgelegte Urheberrechtsreform (die, nebenbei, keine Reform ist, sondern darauf abzielt, prädigitales Recht im Digitalen durchzusetzen) ist eine typisch konservative Antwort: Alles bleibt beim Alten, und nur die Instrumentarien, mit denen dieses Alte festgeschrieben wird, werden an die Erfordernisse der digitalen Welt angepaßt. Damit wird ein bißchen das Internet zum Kinosaal. Das ist, um auf den Vergleich mit dem Regenwasser zurückzukommen, wie eine Maschine zur Kontrolle des Niederschlags, oder das Verbot privater Zisternen. Dabei gäbe es viel spannendere Lösungen, etwa eine Pauschalentlohnung für freischaffende Autoren und Kreative. Eine Internetsteuer, etwa auf dem Wege der Besteuerung von Hardware, ähnlich der Rundfunksteuer. Oder eine Besteuerung von Tonträgern und Büchern. So könnte der sogenannte Schaden, der Urhebern (bzw. deren Rechteverwertern) durch Raubkopien entsteht, durch Ausschüttungen, die sich an Zugriffszahlen orientieren, aufgewogen werden.
Wahrscheinlich wird morgen die sogenannte Urheberrechtsreform angenommen werden. Welche Auswirkungen das auf das Internet und unseren Umgang damit haben wird, ist nicht abzusehen. Abzusehen ist nur, daß dies nicht das Ende der Debatte ist. Sondern erst deren Anfang.

(1) Wenn Sie auch für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sind, können Sie hier eine Petition mitzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_01/_09/Petition_89913.nc.html

Aequinoctium

21. März 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Muffig hängt heraus
das Dunkel zum Lüften im
Fenster des Nachbarn

Vögel am Mittag
als lösten die Schatten sich
ab von den Dingen

Eine Wolke steigt
Wind malt mit weichem Pinsel
Amseln an die Wand

Im Gezweig Sonne
die Fruchtspalten der Meisen
Schnitt durchs Augenlicht

Nachts dein Kleid vor dem
Fenster. Schamhaft im Dunkel
knospen die Kirschen

Das Fenster reckt sich
gähnend vor Licht, an Schuppen
sprießen die Leitern

Näher die Schatten
Kopf jetzt an Kopf, ich tauche
durch deinen Kragen

Meine in deiner
halten die Hände unser
Wachsein wie Anker

Als wären wir zwei
nur ein Wort im Gewölbe
lauschender Ohren

Tüchtig (Ovid Ars II, 703-710)

14. März 2019 § 4 Kommentare



Conscius, ecce, duos accepit lectus amantes:
     Ad thalami clausas, Musa, resiste fores.
Sponte sua sine te celeberrima verba loquentur,
     Nec manus in lecto laeva iacebit iners.
Invenient digiti, quod agant in partibus illis,
     In quibus occulte spicula tingit Amor.
Fecit in Andromache prius hoc fortissimus Hector,
     Nec solum bellis utilis ille fuit.

Siehe, in Mitwisserschaft beherbergt das Bett unser Pärchen:
     Muse, schließe die Tür, laß nun die beiden allein!
Ohne dich, ganz von selbst lassen Schmeichelreden sich hören,
     wird nicht die linke Hand untätig ruhen im Bett.
Merken werden die Finger, was alles man tun kann an jenen
     Stellen, wo insgeheim Amor die Pfeile benetzt.
So mit Andromache tat’s schon früher der tapfere Hektor,
     tüchtiger Recke im Krieg, tüchtig im Kriege nicht nur.

(Mit Ovid habe ich mich schon mehrfach beschäftigt, zuletzt hier und hier im Zusammenhang mit gewissen Skandälchen.)

20. Februar 2019 § 3 Kommentare



Diese Traurigkeit, die ohne Anlaß aus dem Nichts kommt, abends, kurz vorm Schlafengehen, und sich einfach nicht greifen läßt und nicht deuten: Sie ist nicht besonders zudringlich, diese Traurigkeit, aber auf einmal ist der Boden weg. Ich fasse etwas an, ich hebe etwas auf, lege es wieder hin, ich schlage ein Buch auf, starre auf die Buchstaben wie auf ein fernes Segel am Horizont, klappe es wieder zu. Ich zucke mit den Schultern, ich probiere es mit Seufzen. Stirnrunzeln Du wirst doch jetzt nicht weinen wollen! Nein, weinen geht auch nicht.
Es ist das Gefühl, keine Heimat zu haben, keinen Anschluß ans Außen. Alles ist im Innenraum gefangen, zwar gibt es Signale von außen, aber kein Signal von dort hat die Bedeutung eines Kontakts. Es ist ein bißchen wie als Wort in einem Satz zu schweben, den die Welt liest und liest und nicht versteht, obwohl die Bedeutung aller Wörter bekannt ist. Lies mich! Aber die Welt liest mich nicht, sie erfaßt meinen Sinn nicht, sie plappert mich nur nach. Von Sekunde zu Sekunde noch einer wie ich. Und wieder ich, und ich, und ich.

7. Februar 2019 § 6 Kommentare

Sich fremd fühlen, überall.

Wenn in einer Zeitschrift, die ihre aktuelle Ausgabe der urbanen Entwicklung und zukunftsfähigen Formen des Arbeitens, Lebens und Wirtschaftens in der Stadt widmet, der als äußerst maßvoll bejubelte Mietanstieg von 225 Schweizer Franken in einem Objekt in Zürich als Beispiel und Argument für eine funktionierende Mietpreisbremse angeführt wird: Ich denke daran, daß diese durch Sanierung entstandene Erhöhung ziemlich genau meiner derzeitigen Warmmiete entspricht, und werde darüber gänzlich mutlos. Ich verdanke mein Wohlergehen nicht gern einem guten Willen oder schlechten Gewissen von Besitzenden oder auch nur einem Glücksfall. Ich würde mich gern auf das beschränken, was mir zusteht, und was mir kraft dieses Rechts nicht genommen werden kann.

In einem anderen Artikel derselben Zeitschrift versteht jemand unter „bezahlbaren Alternativen“ zur „miesen Wohnungslage“ (okay, in Manhattan, aber auch dort leben Menschen, nicht nur Anzugsfritzen) Unterkünfte für 1800 Dollar. Und, nein, damit ist nicht die Jahresmiete gemeint. Man möchte gar nicht darüber nachdenken, zu was das eine günstige Alternative sein soll. Das sind Größenordnungen, in denen mein ganzes Leben verschwindet wie eine Schneeflocke in einer Lawine. Leider sind diese Größenordnungen schon in weiten Teilen der Welt maßstäblich geworden. Damit wird die Welt unbewohnbar für einen wie mich. Ich meine nicht: Manhattan wird unbewohnbar. Sondern überall.

Eine weitere Irritation, die mir die Ausgabe verursacht, betrifft das, was ich im Freundeskreis die Lückenlosisierung der Welt genannt habe. Damals sprachen wir von der Schülernachhilfe, die laut Auskunft eines, nennen wir ihn ruhig Investor, eines Investors also ein „Riesenmarkt“ sei; in dem Zeitschriftenartikel ist es eine Vermittlungsplattform für nachbarschaftliche Handwerker- und Hausmeisterdienste. Das klingt alles wunderprächtig, was dort an wünschenswerten Effekten aufgezählt wird, nur eines gerät gar nicht erst ins Blickfeld: Daß damit wieder einmal ein Raum unterm Radar ins Licht offizieller Strukturen gehoben und damit gesetzlicher Gängelung und fiskaler Kontrolle unterworfen wird. Freilich zum Nutzen und zur Sicherheit der Beteiligten, man will ja wissen, wen man sich ins Haus holt, wenn man einen Wasserrohrbruch hat, aber eben auch unter Verlust des Inoffiziellen, steuerlich Unerfaßbaren, unter Verlust auch von Vertrauen und ungeregelt funktionierendem Miteinander.

Ich weiß auch, daß man es mir nicht recht machen kann.

Von einer Nachhilfestunde, in der ich neunzig Minuten versucht hatte, einem Unterstüfler, der keine Lust dazu hat, etwas Latein in seinen Dickschädel zu hämmern, nach Hause, zu Fuß über schnellstraßengesäumte Felder, weil der öffentliche Personennahverkehr nur zehn Minuten schneller ist. Verdient hatte ich fünfundzwanzig Euronen. Für 1800 Euro Monatsmiete müßte ich zweiundsiebzig solcher Stunden ableisten, eine durchaus erschreckende Vorstellung. Aber nicht darüber dachte ich nach, während ich am Gehölz Eichenkamp durch die Dämmerung schritt. Sondern ich dachte, daß es für einen wie mich keinen Platz gibt in der gegenwärtigen Ordnung der Dinge. Ich habe nichts Brauchbares (im Sinne von „verwertbar“) gelernt und habe auch nie etwas Brauchbares lernen wollen. Seltsamerweise interessiere ich mich ausschließlich für Unbrauchbares, und das ist von Kindesbeinen an so gewesen. Ausgestorbene Tiere und Pflanzen fand ich interessanter als lebende, schöne Bäume interessanter als eßbare Kulturpflanzen, ich wollte lieber Apachisch oder Baskisch lernen als Chinesisch oder Russisch, den Mars fand ich spannender als den Corn Belt oder den Bergbau in Nordrhein-Westfalen und im Studium Syntaxtheorie anziehender als Computerlinguistik, mit der man vielleicht noch was hätte anfangen können. Oder Logopädie: Gähnend langweilig. Dito klinische Linguistik. Und ich dachte darüber nach, wie es kommt, daß ich, egal um welches Wissensgebiet es sich handelt, immer aussteige, sobald es an die Anwendungen geht. Es interessiert mich einfach nicht, ich kann es nicht ändern. Warum aber ist das so? Die Therapeutenantwort wäre vermutlich: Sie scheuen die Erprobung Ihres Wissens an der Wirklichkeit, weil Sie dabei scheitern können. Sie fürchten sich vorm Scheitern und fliehen in die Welt des Abstrakten. Eine wohlwollende Antwort wäre: Du bist halt der geborene Wissenschaftler. Das ist nett; allein, dazu fehlt mir das Talent. Blieben vielleicht noch unterrichtende Tätigkeiten. Allerdings finde ich es furchtbar, wenn Schüler nicht von sich aus lernen wollen. Und an diesem Punkt war ich dann wieder bei meinem Nachhilfepennäler angelangt.

Soll man sein Leben der Schönheit widmen? Reicht das zum Gelingen des Lebens? Ist es egal, was die anderen von einem denken? Und was ist, wenn die Schönheit ausbleibt, sich als zu schwierig erweist, sich entzieht? Ich habe den Eindruck, man kann damit nicht mehr aufhören, wenn man mal angefangen hat. Wie eine Geschichte, die zu Ende erzählt werden muß, eher findet man seine Ruhe nicht.

Der Mensch lebt nicht vom Brot oder der Unterkunft allein, schon richtig. Aber auch von der Schönheit alleine nicht.

Ich will ja gar nicht in Manhattan oder Zürich wohnen, sollen die das doch unter sich ausmachen, die glauben nirgendwo anders leben zu können. Aber sie machen es halt nicht unter sich aus. Was dort passiert, führt dazu, daß die Mieten in Orten, die ich bevorzuge, nämlich solche, die auf -berg, -hausen, oder -scheid enden, ihrerseits mitgenommen werden: Von der Woge, von der es mal hieß, sie höbe die kleinen Boote ebenso an wie die Ozeanriesen, nur daß damit was anderes gemeint war.

(Widdich–Bornheim, 4.2.19)

4. Februar 2019 § Hinterlasse einen Kommentar



Eine abwärtsgerichtete Reihe, wie Kometen bereit zum Sturz, auf einer abschüssigen Piste: So hängt eines windschiefen Orions Gürtel überm Waldrand.

Zielen auf den Hundsstern, der sich knapp über den Horizont duckt.

Auf der anderen Seite des Alls knackt das Eis in Pfützen. Der lärmenden Dämmerung der Fernstraße im Westen steht im Osten eine echte Dämmerung entgegen, die lautlos ist.

Langsam sinkt der Spiegel des Horizonts dem Grund der Nacht entgegen. Schwarzes Warten der Vögel im Gebüsch. Stummes Brausen, das aus dem Bachtal den Hang hinaufsteigt, dem vorauseilenden Orion nach.

(Brenig–Römerhof, 6:15)

Spaßfrei mit Feminismusbrille

29. Januar 2019 § 25 Kommentare

Also sag ich jetzt dazu halt auch noch was.

Sofaosphia spricht über einen Artikel in der Süddeutschen, darin die Autorin Meredith Haaf im Draufgängertum einer Pippi Langstrumpf oder einer Ronja (Räubertochter) eine „Abwertung des Weiblichen“ sehen will. Außer Frage steht, daß beide Figuren von ihrer Anlage her rundweg positive Gestalten sind und sich stark zur Identifikation durch den Leser eignen. Da heutzutage ja leider solche Fragen auch außerhalb von literaturtheoretischen Seminaren behandelt werden, weil sie insofern gesellschaftliche Relevanz erlangt haben, als man an der Frage nach in diesen Figuren vorgelebten Rollenvorbildern ganz hervorragend ideologische Gesinnungsfragen abarbeiten kann, geraten also jetzt Pippi und Ronja und andere, bislang noch als „starke Frauen“ betitelte und positiv beurteilte Figuren auf den kritischen Prüfstand und werden, jetzt halt auch die noch, durch den Genderfleischwolf gedreht. Solange, bis nichts mehr unangetastet bleibt und wir die Literatur dichtmachen können.
Vor Jahren schon war ich über die Meinung einer Kollegin bestürzt, die mir auseinandersetzte, Astrid Lindgrens Bücher seien ganz schlechte Literatur, weil darin, sie führte als Beispiel die Figur der Eva-Lotte aus der Kalle-Blomquist-Trilogie an, ein überkommenes Frauenbild transportiert werde. Für moderne Kinder ungeeignet. Am meisten bestürzte mich dabei das Ansinnen, einen geliebten, bislang rundweg von Literaturkritikern, Eltern, Pädagogen und selbstverständlich den Kindern hochgelobten Klassiker durch etwas derart Dämliches wie gendertheroretische Erwägungen angekratzt zu sehen. Schon allein das Ansinnen, etwas derart Literaturfernes wie Geschlechterdebatten an Bücher heranzutragen, erschien mir ungeheuerlich. Es waren die mittleren neunziger Jahre, und ich war ahnungslos. Heute könnte ich, scheint es angesichts eines Textes wie des von Meredith Haaf verfaßten, nicht einmal mit dem Verweis auf Pippi und Ronja kontern. Obwohl beide alles andere als überkommene Frauenbilder transportieren.

Was Enid Blytons Fünf Freunde betrifft, so hat Haaf völlig recht. Die Figur von George, eigentlich Georgina, die lieber ein Junge wäre, alles mag und macht, was Jungs mögen und machen, entsprechend unerschrocken, draufgängerisch und wild ist, kann man, insofern dieses Verhalten innerhalb der narrativen Welt der Fünf Freunde Respekt und Anerkennung findet und Georgina selbst ihre Strategie als gelingend bewertet, als durchweg positiven Charakterzug der Figur sehen. Allein, eine Abwertung des Weiblichen ist schwerlich auszumachen. Das zweite Mädchen der Partie, Anne, ist wohl das, was Haaf ein „normales“ Mädchen nennen würde. Sie ist fürs Häusliche zuständig, kümmert sich ums Essen, und daß der Tisch gedeckt ist, und, machen es die abenteuerlichen Umstände einmal erforderlich, daß man unter freiem Himmel schlafen muß, ist sie es, die dafür sorgt, daß es im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten am Schlafplatz behaglich zugeht. Mir ist jedoch keine Passage erinnerlich, wo diese „Weiblichkeit“ Annes von den anderen Protagonisten gescholten, geschmäht, geringgeschätzt oder auch nur belächelt würde: Anne ist mit allem, was sie ist und kann und mag, ein vollwertiges, geschätztes Mitglied des Freundeskreises, und es ist keine Rede davon, sie außen vor zu lassen, wenn es mal etwas rauher zugeht. Freilich sind die Rollen stereotyp verteilt, das Ungefährliche und Harmlose fällt Anne zu, der Abenteuergeist den anderen dreien; eine Abwertung findet indes nur in den Augen von Meredith Haaf und ähnlich gesinnten heutigen Lesern statt, die diese Bücher in ihrem modernen, durch die Feminismusbrille getönten Blick zu deuten belieben. Es fällt nun auf, daß es der Anforderungen an einen Charakter offenbar nie genug ist: Denn wäre Anne wie George angelegt, wäre sie als eine weitere Ronja- oder Pippi-Figur nicht weniger der Kritik würdig.

(Und noch etwas anderes ist in Parenthese an dieser Stelle zu erkennen: Die Unmöglichkeit des Individuellen vor den Augen einer geschlechterbewegten Leserschaft. Man darf nämlich eigentlich heute eine weibliche Hauptfigur nicht mehr mit Attributen wie Schutzbedürftigkeit, Schwäche, Ängstlichkeit, Häuslichkeit etc. versehen, weil in der Auffassung gewisser Teile des Lesepublikums sofort der Typus gegenüber dem Individuum überwiegen würde. Es ist in den Augen feministischer Leser nicht Anne, die ängstlich und häuslich und wenig draufgängerisch ist. Es ist das rollenkonforme Mädchen Anne, das ängstlich und häuslich und wenig draufgängerisch ist. Ein Anzeichen dafür, daß Rollenfestschreibungen in einer Gesellschaft als überwunden gelten, wäre daher paradoxerweise nicht die Feststellung, daß in Literatur und Film keine rollenkonformen Frauen- oder Männerfiguren mehr vorkommen, sondern daß im Gegenteil Männer- und Frauen (wieder, nach heutigen Maßstäben) rollenkonform darstellbar sind. Jegliches Verhalten würde dann nämlich nur noch als individuelle Eigenschaft, nicht als Instantiierung der Rolle aufgefaßt werden. Wenn wir eine rollenlose Gesellschaft tatsächlich anstreben, so meine Empfehlung, müßten wir bei der Deutung literarischer Figuren jetzt schon davon Abstand nehmen, sie als Rolleninstantiierungen zu lesen, andernfalls Rollen niemals überwunden werden können. Klammer zu.)

Frau Haafs Argumentation muß drei Voraussetzungen machen. Erstens, es gibt typisch männliches, es gibt typisch weibliches Verhalten, wobei abenteuerlustiges, „wildes“ Verhalten männlich ist; zweitens, Pippi und Ronja zeigen beide typisch männliches Verhalten. Drittens: ein vom Typischen abweichendes Verhalten zu zeigen, wertet das Typische ab. Nur aufgrund dieser Voraussetzung können die beiden Protagonistinnen Pippi und Ronja ihre an typisch weibliches Verhalten geknüpften Rollenerwartungen zurückweisen. Schon diese beiden Voraussetzungen scheinen mir zu allem, was sonst aus feministischen Kreisen verlautet, in schroffem Widerspruch zu stehen. Wenn andererseits meine Kollegin recht hatte, dann steht Eva-Lotte, worüber man aus dem Text heraus durchaus geteilter Meinung sein kann, für ein eher rollenbestätigendes Verhalten. Ganz ähnliche Auffassungen von einer weiteren Lindgren-Figur äußert die Autorin der Süddeutschen übrigens auch selbst, wenn sie behauptet, Lovis, Ronjas Mutter, tue in dem Buch kaum etwas anderes, als ihrem Mann Mattis zu „assistieren“. Das stimmt schlichtweg nicht, die Autorin scheint das Buch nicht gelesen zu haben. Lovis ist das vernünftige, besonnene, ja, weise Korrektiv zum aufbrausenden, störrischen, emotionalen Mattis. Lovis ist diejenige, die sich Alternativen zur bestehenden Ordnung der Dinge vorstellen kann (etwa, daß man sich mit dem verfeindeten Clan in der anderen Burghälfte einigt; oder daß sich die Jungen einen Dreck um die Werte und Normen der Älteren scheren); Mattis muß das erst mühsam lernen. Aber das ist hier nicht der Punkt. Der Punkt ist, daß Haafs beiden Vorwürfe – die vermeintlich jungenhafte Pippi werte Weiblichkeit ab, und Lovis sei die Folie, von der sich Männlichkeit positiv abhebe – einander widersprechen. Denn um als Folie fungieren zu können, müssen Lovis’ Verhalten und Agieren weiblich sein, sagen wir, typisch weiblich. Offensichtlich ist das aber nicht, was Haaf als normalweiblich vorschwebt. Ich fasse zusammen: Pippi ist nicht weiblich genug, Eva-Lotte und Lovis zu weiblich. Ist eine Figur typisch weiblich, wertet sie das Weibliche nicht etwa auf, sondern bestätigt ein Klischee. Ist sie es nicht, wertet sie das Weibliche ab. Wie man’s macht, scheint es, ist es verkehrt. Merken Sie was, liebe Leserinnen und Leser? Double-bind! Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß. Man darf sich fragen, mit was für einer Art von Figurenzeichnung die Kritiker von dieser oder jener Richtung zufrieden wären? (Und was ist das überhaupt für ein Umgang mit Literatur, der, statt auf die genuin literarischen Meriten zu achten, Texte darauf befragt, ob man in ihnen nicht die eine oder andere Abwertung herauslesen kann? Was würde Frau Haaf zu einem Meisterwerk wie Javier Marías’ Dein Gesicht morgen sagen? Sie müßte es rundweg ablehnen. Aus außerliterarischen Gründen. Klammer zu.)

(Zwischenfrage: Wäre es dann auch eine Abwertung von Männlichkeit, wenn in einem Kinderbuch ein Junge sich wie ein „normales Mädchen“ verhält? Dreimal dürfen Sie raten. Das ist wieder eins dieser schönen Beispiele, wo, um Instanzen von Frauenfeindlichkeit ausfindig machen zu können, Frauenfeindlichkeit schon vorausgesetzt werden muß. Klammer zu.)

Hören wir hierzu Meredith Haaf: „Wilde, interessante Kinderbuch-Mädchen wollen mit dem, was Mädchen normalerweise so machen, wenig zu tun haben.“ Das mag sein, wirft aber zwei Fragen auf. Erstens, ist das, was normale Mädchen so machen, geeignet, eine spannende Geschichte herzugeben? Zweitens, ist das, was normale Jungs so machen, geeignet, eine spannende Geschichte herzugeben? Was Mädchen oder Jungen normalerweise so machen, davon will kein Kind lesen, das wissen die auch so. Literatur, egal ob für Kinder oder für Erwachsene, ist kein Abbild der Realität, sondern eine Alternative zu ihr. Eine spannendere Alternative, auch wenn uns diese Alternative etwas über die Realität mitteilen kann. Glaubt denn Frau Haaf allen ernstes, daß normale Jungs sich in der Realität als Detektive betätigen oder als Astronauten Raumstationen vor dem Verglühen retten? Verbrecher jagen oder eine Raumstation retten sind aber Tätigkeiten, die, weit entfernt, etwas mit dem Alltag von Jungen oder Mädchen zu tun zu haben, sich nun mal für eine spannende Geschichte hergeben. Da ist es ganz gleich, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, der oder die den Verbrecher jagt oder die Raumstation rettet. Das hat nichts mit männlichem oder weiblichem Verhalten zu tun (welcher typische Junge jagt in der Realität Verbrecher?), sondern ist eine Frage des (geeigneten oder weniger geeigneten) Stoffs.
Und man fragt sich, welche Attribute Pippi zu einer Figur gemacht hätten, die vor dem kritischen Auge der Süddeutschen-Autorin bestanden und Weiblichkeit nicht abgewertet hätte? Was wäre es, ich phantasiere mal, für ein Buch, in dem Pippi und Annika die Windeln einer (im Buch nicht vorkommenden) kleineren Schwestern auswaschen, Kuchenrezepte austauschen, über Thomas’ toxische Männlichkeit palavern würden, und sonst nichts Aufregenderes passierte? Ich weiß nicht, ob eine solche Anlage von Pippis Figur Meredith Haaf zufriedenstellen würde. Ich weiß nur, daß es ein äußerst ödes Buch geworden wäre. Schon anhand meines Beispiels wird klar, daß man sich sofort in Stereotypen bewegt, will man etwas vermeintlich Normales darstellen. Was normale Mädchen und Jungs machen, ist, wie gesagt, uninteressant. Was Piraten, Indianer, Raumfahrer, Entdecker tun, ist interessant, egal, ob das Männer oder Frauen sind. Freilich, wenn andererseits die ganzen Piraten und Entdecker stets Jungen wären, würde sofort (und zu recht) der Vorwurf laut, daß Mädchen in der Kinderliteratur gar nicht oder nur als schmückendes Beiwerk vorkämen. Natürlich könnte man jetzt den Schluß ziehen, daß spannende Literatur genuin männlich sei. Bitte, dann ist das eben so. Man widerlege mich mit einem spannenden, gleichwohl normalweiblichen Tätigkeitsfeld. Meredith Haaf jedenfalls bleibt ein Beispiel, was denn spannende, sich als Erzählstoff empfehlende Mädchentätigkeiten sind, in ihrem Artikel schuldig.

Man kann eine Rolle entweder bestätigen oder ablehnen. Oder man kann versuchen, allen Rollenvorgaben (oder keiner) zu entsprechen. Für Geschlechterrollen bedeutet das, entweder ist man ein typisches Mädchen (oder ein typischer Junge), oder kein typisches Mädchen (oder kein typischer Junge), oder beides, oder beides nicht. Nur aus der ersten und den letzten beiden Strategien dürften sich dann im Haafschen Sinne untadelige Protagonisten und Protagonistinnen rekrutieren lassen, solche nämlich, für die der Vorwurf einer Abwertung des jeweils anderen Typischen gegenstandslos wäre: Also Mädchen, die entweder typische Mädchen (Aufwertung des Weiblichen) oder sowohl typische Mädchen als auch jungenhaft wären (Auflehnung gegen Rollenfestlegungen), und umgekehrt für Jungen. Oder eben Jungen und Mädchen, die so angelegt wären, daß sie sich allen Geschlechtsstereotypen entziehen. Es ist eine interessante Frage, was letztere wohl für Wesen wären. Meine Vermutung ist, daß es unmöglich ist, eine solche Figur anzulegen, weil der Leser jedes Verhalten einzuordnen versucht. Da eine narrative Figur aber menschliche Gefühle und Motivationen haben muß, um überhaupt Figur zu sein (selbst wenn es sich um ein Schaf oder eine Katze handelt), müßten ihre Handlungen, Vorlieben, Ziele und Strategien eben auch menschlich – und damit männlich oder weiblich sein. Egal, was sie täten, wie sie handelten, selbst wenn ihr Geschlecht nicht genannt, selbst wenn für sie fiktive Pronomen, Artikel und Flexionen verwendet würden – als Leser wird man immer Muster menschlichen, und damit männlichen oder weiblichen Verhaltens zu entdecken geneigt sein. Und das gelingt auch dann, wenn es der Absicht des Autors zuwiderläuft. Es gelingt so, wie es immer gelingt, Tierfiguren oder Gegenstände in Wolken oder Felsformationen oder Konstellationen hineinzudenken. Sie sind nicht da, aber wir – als Lebewesen, für die Mustererkennung alles bedeutet – sehen sie trotzdem. Ein Roman, der genau das versucht, also Wesen auftreten läßt, die nicht nur nicht typisch männlich oder weiblich, sondern die tatsächlich Zwitter sind, ist Left Hand of Darkness von Ursula LeGuin. Ein Abgesandter einer interstellaren Konföderation wird auf den Planeten Winter geschickt, um mit der dortigen Zivilisation Gespräche über eine Aufnahme des Planeten in die Konföderation zu führen. Die Bewohner dieses Planeten sind, in allen übrigen Merkmalen humanoid, Zwitter, und überdies haben sie einen sehr stark ausgeprägten Östrus. Paarungen finden nur einmal alle paar Wochen statt, zur Brunftzeit („Kemmer“ genannt). Wie beim Menschen passiert das in einem festen Rhythmus von Tagen, der aber individuell zu unterschiedlichen Zeiten kulminiert, also jahreszeitlich unabhängig ist; und anders als beim Menschen gibt es außerhalb des Kemmer weder geschlechtliche Ausprägungen am Organismus noch in den Individuen die geringste Motivation für Sex. In dieser Latenzzeit sind die Organismen an Paarung uninteressierte Zwitter. Nur während des Kemmer bilden die Organismen Geschlechtsmerkmale aus; ob das männliche oder weibliche sind, wissen die Lebewesen vorher nicht, also auch nicht, ob sie beim nächsten Kemmer als Männchen zeugen oder als Weibchen empfangen. Darüber hinaus ist der Sexualtrieb während des Kemmer überwältigend und läßt jede andere Motivation zurücktreten, was interessante Folgen für die Gesellschaft hat. Niemand muß während des Kemmer arbeiten, wer keinen Partner hat, kann entsprechende Lokale aufsuchen, in denen alleinstehende Kemmernde zueinander finden. Einen Kemmernden von der Möglichkeit auszuschließen, sich zu paaren, gilt als Folter. Es gibt keine Unterscheidung in „männliches“ und „weibliches“ Begehren. Sexuelles Begehren ist auch niemals falsch oder unerwünscht, es ist nicht unterdrückbar, und es ist immer symmetrisch, insofern es zwei Kemmernde involviert. Mit diesen Vorgaben hat LeGuin ein ideales Versuchsfeld für allerlei gesellschaftliche Gedankenexperimente geschaffen. Worum es mir hier geht, ist aber, wie die dargestellten Lebewesen in der Imagination des Lesers auftreten. Als Männer? Als Frauen? Oder als das, als was sie intendiert waren, als Zwitter? LeGuin beschreibt eine konsistente, plausible Welt, und sie hält ihre Beschreibung konsequent durch, indem sie dem Leser jegliche Hinweise aufs Geschlecht (außerhalb des Kemmer zumindest) strikt verweigert. Und doch ist es mir so gegangen, daß sich in meine Vorstellung Geschlechtsattribute eingeschlichen haben. Für mich haben die Bewohner eben doch eines, und zwar, interessanterweise, sind das in meiner Imagination alles Frauen. Das ist nur eine persönliche Erfahrung, ich vermute aber, daß Menschen nicht anders können, als das Geschlecht in Lebewesen hineinzudenken, so wie man manchmal gar nicht anders kann, als in einer Wolkenformation einen Blauwal zu erblicken.
Mit anderen Worten: eine geschlechtslose Pippi, einen zwittrigen Harry Potter, kann es schwerlich geben. (Abgesehen davon, daß wir Kinderliteratur sicher nicht auf solche mit Zwitterfiguren beschränkt sehen wollen.)

Nun hat Literatur eben, wenn es gute Literatur sein soll, gerade nicht mit der Bestätigung von Rollen sondern mit der kritischen, verneinenden, ja, scheiternden Auseinandersetzung mit Rollen zu tun. (Das ist eine Eigenschaft von Literatur, keinesfalls von „männlicher“ Literatur, um diesem Einwand hier gleich abzuhelfen.) Werther scheitert daran, daß er mit seiner Empfindsamkeit und Radikalität, mit seinem Liebeswunsch und seinen Sehnsüchten eben keine ihm gemäße Rolle in der Standesgesellschaft findet; Tess (of the d’Urbervilles) scheitert an den rigiden Auffassungen von korrektem weiblichen Verhalten der Gesellschaft, in der sie lebt; Catherine (Linton, geb. Earnshaw) scheitert an ihrer Wildheit und an einer Liebe, die nicht alltagstauglich ist; Effi (Briest) scheitert daran, daß sie sich rollenwidrig verliebt. Die Rolle gibt immer die Gesellschaft vor; interessante Literatur beschäftigt sich damit, wie es ist, die Dinge ein bißchen aufzumischen. Zu lieben, wen man nicht lieben darf; zu wünschen, was man nicht zu wünschen hat; auf Bäume zu klettern, obwohl man in einen hohlen Stamm fallen, im Wald umherzustreunen, obwohl man dabei in ein Nest von Rumpelwichten stürzen kann, den Sohn eines rivalisierenden Clans sich zum Freund erkiesen. Ein solches Aufbegehren – und nichts anderes ist es, was insbesondere Pippi tut – als „Abwertung“ des konformen Verhaltens zu betrachten, ist natürlich möglich, aber darum geht es nicht – sonst ist es keine Kunst, sondern Propaganda. So scheint mir Meredith Haafs Auffassung an allem vorbeizugehen, was Literatur, gute Literatur, im Kern ausmacht. Eine Figur wie Pippi bewertet eben gerade nicht. Das macht allenfalls der Leser. Sie hinterfragt, sie stellt das Etablierte auf den Kopf, sie setzt sich über alles Vorgefaßte respektlos hinweg. Und das wichtigste: Sie bietet keine fix-und-fertige Lösung als Alternative zum Bestehenden an. Das hat sie nicht nötig, es interessiert sie nicht, und das Bestehende wird in diesen Büchern nie systematisch in Zweifel gezogen oder als verbesserungspflichtig dargestellt. Die Welt ist, wie sie ist, und man muß sich eben, so gut man kann, in ihr zurechtfinden. Pippi kritisiert Etablierte nicht – sie ignoriert es einfach, wo es ihr nicht paßt. Wenn das typisch männlich sein soll, wenn das Weiblichkeit abwerten soll – dann weiß ich auch nicht weiter.

(Vielleicht aber ist in diesem Zusammenhang der Hinweis nicht verfehlt, daß es von jeher eine beliebte Strategie von konservativer Seite gewesen ist, Frauenrechtlerinnen lächerlich zu machen, indem man sie als unweiblich diffamierte. Klammer zu.)

Bleiben wir ein bißchen bei dieser Figur. Wer ist Pippi? Wie ist sie? Zunächst einmal ist sie ein Kind, wenn auch ein sehr ungewöhnliches. Ferner ist sie ein Mädchen, aber bis auf die Grammatik hat das keinerlei Konsequenzen. Trotzdem stimmt aber gerade nicht, daß Pippi andererseits typisch männliche Attribute hätte. Sie klettert auf Bäume, vermöbelt einen Kraftprotz im Zirkus, reitet ein Pferd; und sie führt einen Haushalt, backt Pfannkuchen und bewirtet ihre Gäste mit Kaffee. Sie ist stark – nicht wie ein Mann, sondern übermenschlich stark, stärker noch als der Kraftmeier im Zirkus. Trotzdem weiß sie ihre Kraft zu dosieren und wird erst handgreiflich, nachdem andere es geworden sind. Sie besitzt einen Goldschatz und ist reich. Sie hat keine Mutter mehr und einen Vater, der weit weg ist; man kann sagen, sie ist elternlos. So muß sie sich selbst Vater und Mutter sein, wie sie es selbst formuliert, und meistert die Aufgabe mit Bravour. Das bedeutet eine gewisse Einsamkeit; aber es bedeutet auch, sie ist ihr eigener Herr. Pippi ist nicht mutig sondern furchtlos, Autoritäten beeindrucken sie nicht, sie ist so stark und unabhängig, daß nichts sie auf Dauer aus der Ruhe bringen, ängstigen, angreifen, verunsichern kann (auch wenn sie Anwandlungen von Schüchternheit hat). Dennoch ist sie empfindsam, fühlt sich manchmal allein, sehnt sich nach menschlicher Nähe. Mitleid braucht sie dagegen keines. Sie kennt ihre Schwächen und weiß sich zu helfen. Sie ist hilfsbereit und tritt für Schwächere ein. Sie ist unerschrocken, respektlos und bereit, alles, aber alles in Frage zu stellen. Sie ist dabei dezidiert kein Sokrates, der einer bestimmten Agenda folgt und die Leute bekehren will. Pippi hat keine Botschaft. Sie phantasiert unbekümmert das Blaue vom Himmel herunter. Sie ist zufrieden mit dem Leben, das sie führt, und wünscht sich kein anderes. Sie tut, was sie will, geht zu Bett, wann sie will, ißt, was und wieviel sie will. Und trotzdem hat sie ihr Leben im Griff. Kurzum, Pippi ist frei. Pippi ist der freieste Mensch auf Erden. Pippi ist der freie Mensch schlechthin. Und als solcher wirkt sie auf subtile Weise erzieherisch (oder subversiv, je nach Perspektive.) Oder besser, sie wirkt verführerisch. Und sie zeigt Thomas und Annika, sie zeigt den Lesern, wie Freiheit geht. Insofern könnte sie auch modernen Feministinnen noch etwas zu sagen haben.
Pippi ist die Projektion alles dessen, was Kinder gerne wären und wonach sie sich sehnen. Einmal nicht am Gängelband der Eltern gehalten sein! Sich die Nächte um die Ohren schlagen dürfen! Den ekelhaften Spinat zum Fenster hinauskippen! Sich von Eis, Pommes und Kuchen ernähren! Den langweiligen, doofen Erwachsenen mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt! Sich selbst ermächtigen! Pippi ist eine großartige Identifikationsfigur, wer wäre nicht gerne wie sie? Aber sie ist es für Jungs wie für Mädchen gleichermaßen, und daß sie ein Mädchen ist, spielt für die Eignung als Identifikationsfigur keine Rolle.
Denn es gibt doch so viel mehr und so viel interessanteres als Geschlechterrollen. Pippis Identifikationsangebot bevorzugt kein Geschlecht. Das große Thema der drei Pippi-Bücher ist nicht die Rolle von Mädchen und Jungen, und der Text macht diesbezüglich keine Angebote. Thomas und Annika sind beide angepaßt, und sie sind es auf die gleiche Weise: als Kinder, die den spaßfreien Gängelungen und Regeln der Erwachsenen ausgeliefert sind und glauben, das müsse so sein, weil sie nichts anderes kennen. Pippi zeigt ihnen, daß die Welt keineswegs selbstverständlich so ist, wie sie ist. Das große Thema der Pippi-Bücher ist die Freiheit; und das Kindsein; und die Freiheit des Kindseins. Mittels der Pippi-Figur können Kinder ihre Sehnsucht nach Selbstbestimmung ausleben und im Nachvollzug dieser Figur stellvertretend all die tollen Dinge tun, die Mama und Papa niemals erlauben würden, können all das für die Dauer einer lustigen, verrückten Geschichte niederreißen, was in der Realität das Leben als Kind so empörend schwierig macht, Regeln, Grenzen, Verbote, Strafen, kneifende Wollunterwäsche. So hält das Buch die Sehnsucht nach dem ganz anderen wach. Daneben ist es aber auch eine Feier des Kindseins und eine klare Absage an alle Erwachsenenwerte. So wird die Welt der Erwachsenen, in der man arbeiten muß und Hühneraugen bekommt, zum Schluß von Pippi, Thomas und Annika als so wenig erstrebenswert bestimmt, daß sie beschließen, niemals groß zu werden. Als Kind ist man nämlich vielleicht doch in Sachen Freiheit den Erwachsenen ein bißchen voraus, wenn man es genau betrachtet. Eine Figur wie Pippi hilft, diese Freiheiten zu sehen – und Gebrauch von ihnen zu machen.

Lüftelberg

23. Januar 2019 § 3 Kommentare

Daß die Sehenswürdigkeit, um deretwillen wir siebzehn Kilometer gewandert waren, aussah wie ein Stück billiger Korktapete in einem schäbigen, schlecht sitzenden Holzrahmen, paßte zu dem Ort, an welchem diese Darbietung stattfindet. Hinter der einzigen Tür des Gebäudes gelegen, die nicht abgeschlossen war, machte das Kämmerchen so sehr den Eindruck einer beinahe privaten Andachtskapelle, und zwar einer von denen, die sich nicht entscheiden können, ob sie Wohnzimmer oder Sakralraum sind, daß ich, kaum wirklich mit einem Fuß drinnen, unter dem peinlichen Gefühl, in etwas Privates eingedrungen zu sein, den Raum hastig wieder verließ und mir das, was wir doch suchten, entging, obgleich ich es gut sichtbar vor Augen hatte. Aber sichtbar heißt eben nicht, daß man es auch sieht. Freilich hatten wir auch keine Korktapete im Holzrahmen erwartet. Sondern eine Grabplatte. Die aus dem Kalksinter der römischen Wasserleitung geschnittene Grabplatte der Hl. Liuthildis, die hier, im Weiler Lüftelberg, so wußte es das Internet, in der Kirche St. Petrus anzustaunen sei. Wären nicht die beiden alten Frauen gewesen, denen wir begegneten, als wir die Kirche auf der Suche nach weiteren Eingängen umrundeten, wir wären im Bewußtsein, die Platte nicht gesehen zu haben, wieder abgezogen. Dabei hatten wir sie bereits gesehen, wir wußten es nur nicht. Ob die Kirche offen sei, fragten wir die Frauen. Nein, das nicht, erwiderten die, aber es gebe hier etwas Interessantes zu sehen, die Grabplatte der Hl. Liuthildis, die in so einem Nebenraum untergebracht sei, „Schauen Sie sich das mal an, das ist sehenswert.“

In dem Raum steht rückwärtig ein Altar mit einer gräßlichen Steinplatte aus rosa Grabmarmor, darauf ein kleiner Schrein mit einem Vorhang aus kunstsilbernem Gewebe, das aussieht wie von der NASA für Weltraumspaziergänge entwickelt. Rechts fällt die winterliche Nachmittagssonne durch ein Fensterchen, dessen bleigefaßte Scheiben mit Baumarkt-Glasmalereifolie beklebt sind. Zwei kleine Blumensträuße verbreiten einen düsteren Trauerhallenduft. Dennoch erwartet man, gleich eine Kaffeemaschine blubbern zu hören. Wären die Blumen und der scheußliche Altarmarmor nicht, könnte man es fast gemütlich finden. Und immer noch sah ich nicht, was ich sehen sollte, suchte, von der Bezeichnung Grabplatte verleitet, nach etwas Waagerechtem, wollte gar den Altarmarmor für das Gesuchte halten, als schließlich meine Wanderbegleitung, der das Sehen mehr liegt als mir, mich auf das Ausstellungsstück hinwies. An der Wand links hängt, wie ein Klimt-Druck, das gerahmte Prachtstück, die Grabplatte, und leider ist daran einzig ihre kuriose Herkunft beeindruckend. Etwa 180 Jahre lang war Wasser durch die Gefälleleitung geflossen, die die Römer zur Wasserversorgung der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, des heutigen Köln, aus den Quellgebieten der Eifel bei Nettersheim durchs Gebirge und Börde in einem durchschnittlichen Gefälle von 4 % bis in die durstige Stadt geführt haben. Das Wasser war kalkhaltig, wie es die Römer bevorzugten, und in den über hundert Jahren, die die Leitung in Gebrauch war, lagerten sich mit der Zeit mehrere Zentimeter starke Kalksinterschichten in der Leitung ab. Schneidet man diese Ablagerungen an, sieht man eine Musterung, Jahresringen nicht unähnlich, die Auskunft über den unterschiedlich schnellen Grad der Ablagerung gibt. Poliert macht das einen hübschen, marmorartigen Effekt, der den mittelalterlichen Baumeistern auch nicht entging, die, gleichmütig gegenüber der technischen Großleistung der Römer und den eigentlichen Zweck der Leitung verkennend, diese in erster Linie als Steinbruch betrachteten, dessen wertvollsten Schatz die Kalksinterablagerungen darstellten. Mit diesem Kalk wurde rege Handel getrieben: Teile daraus lassen sich bis in dänischen Kirchen nachweisen. Es ist schade, daß die Grabplatte aus dem ursprünglichen Kontext des Grabes herausgenommen worden ist. Die Art und Weise, wie der Stein nun in der Kirche St. Petrus zu Lüftelberg bei Meckenheim ausgestellt ist, wird seiner merkwürdigen Herkunft nicht im mindesten gerecht. Die Platte hätte mehr verdient, als wie ein Stück Korktapete behandelt und in einer Art Kaffeeküche aufgehängt zu werden.

Wir bedankten uns bei den Frauen, umrundeten die Kirche, an deren Südseite ein paar alte Gräber liegen, warfen einen Blick über die den Kirchhof einhegende Steinmauer (deren Steine womöglich wie bei so vielen anderen alten Gebäuden der Gegend vor Jahrhunderten aus der Wasserleitung gebrochen worden waren) und entdeckten eine Streuobstwiese, auf der eine Schafherde das Gras kurzhielt. Ich dachte an die Zeit, die es gedauert hat, bis die Kalkschichten in einer römischen Wasserleitung der mittleren Kaiserzeit so dick geworden waren, daß sie Jahrhunderte später das Interesse der mittelalterlichen Steinmetzen hatten wecken können. Wieviel Zeit von dem Tag an, da die Franken eingefallen waren, Köln verwüstet hatten und die Wasserleitung außer Gebrauch kam, bis zu jenem anderen Tag vergangen war, da der erste Mensch auf den Gedanken verfiel, den Sinter zu Steinmetzarbeiten zu verwenden; wie viele Jahrhunderte seitdem dieses Stück Kalk in einer Kirche die Gebeine einer Heiligen bedeckte. Von ein paar Kalziumkarbonatmolekülen, die an irgendeinem Wintertag im zweiten nachchristlichen Jahrhundert ausgefällt wurden, bis zu dem Tag, an dem dieser Teil der Leitung ausgesägt worden war, und weiter bis zu dem Moment, da meine Wanderbegleitung und ich davor standen und ich dachte, daß es sicher keine gute Idee sei, die Platte zu berühren, da der Handschweiß sauer ist und den Kalk auflösen kann, sind es viele Kaiser und noch mehr Könige gewesen, wurden Kriege geführt und ganze Völker vernichtet, stürzten Reiche, während neue auf den Trümmern entstanden, wurde Amerika entdeckt und die Schokolade, das Penicillin und die drahtlose Telegraphie erfunden, betraten Menschen den Mond, flogen Sonden zum Jupiter: eine ganz schöne Strecke Wegs. Draußen weideten die Schafe. Nicht dieselben wie zur Zeit der Römer, aber, dachte ich, im Grunde hatte sich für die Menschen seitdem alles, für diese Tiere aber so gut wie nichts verändert. (20.1.2019)

Bes

22. Januar 2019 § 3 Kommentare

Über peinliche Pannen beim Übersetzen habe ich schon ein paarmal berichtet. (Hier beispielsweise, und hier): Hier mein neuestes Fundstück. Es steht in der deutschen Übersetzung eines Romans der Niederländerin Margriet de Moor. Der Virtuose ist ein wunderbarer Roman, sprachlich höchst kunstvoll und, ohne daß viel passieren muß, von einem eigenartigen, wehmütigen Sog. Die Geschichte spielt im Neapel des achtzehnten Jahrhunderts, Pergolesi ist eben gestorben, in Venedig komponiert Vivaldi „wie der Teufel“, in London kämpft Händel mit Intrigen. Und in Neapel verliebt sich die Protagonistin Carlotta, eine junge Adelige, bis über beide Ohren in einen Kastraten. Es ist die Geschichte einer Faszination, einer Leidenschaft, es ist aber auch eine Art von Künstlerbiographie, und natürlich ist es eine Geschichte über Musik, Gesang und Oper, über Ästhetik, Kunst und das Künstliche.
Die „B-moll-Messe“ von Bach (seine Messe in H-moll) ist ja nun schon fast sprichwörtlich. In diesem Roman findet sich ein weiteres Kleinod, das seine Existenz dem Verwirrspiel national üblicher Tonbenennungen verdankt. Ein um einen Halbton vermindertes H heißt aus historischen Gründen auf deutsch B (engl. B Flat). Anders als im Niederländischen, der Originalsprache des Romans, gibt es auf Deutsch dagegen keinen Ton Bes.

  • Sprachregelung

    Bei mir sind Männer grundsätzlich mitgemeint.

  • Sententiae recentissime prolatae

    Lakritze bei Livius, II,3
    Sofasophia bei Urheberrechtsreform
    Lakritze bei Urheberrechtsreform
    Lakritze bei Tüchtig (Ovid Ars II, 703-710)
    Solminore bei Tüchtig (Ovid Ars II, 703-710)
  • Werke & Tage

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